{"id":1052,"date":"2017-01-20T18:54:31","date_gmt":"2017-01-20T17:54:31","guid":{"rendered":"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/?page_id=1052"},"modified":"2022-05-25T13:51:10","modified_gmt":"2022-05-25T11:51:10","slug":"phyllostachys-vivax-aureocaulis-bambus-des-jahres-2004","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/beispiel-seite\/bambus-des-jahres\/bambus-des-jahres-portraits\/phyllostachys-vivax-aureocaulis-bambus-des-jahres-2004\/","title":{"rendered":"Phyllostachys vivax \u2018Aureocaulis\u2019, Bambus des Jahres 2004"},"content":{"rendered":"<h5><strong>Dr. Steffen Greiner<\/strong><\/h5>\n<p><em>Phyllostachys vivax<\/em> \u2019Aureocaulis\u2019 ist der erste \u201eBambus des Jahres\u201c, den die EBS im Jahr 2004 gew\u00e4hlt hat und diese Tatsache sagt schon viel \u00fcber die herausragende Sch\u00f6nheit aus. Eingef\u00fchrt wurde die Pflanze von Dr. Simon (Marktheidenfeld) 1996 nach Deutschland. <em>Phyllostachys vivax<\/em> \u2019Aureocaulis\u2019 als Vertreter der Vivax-Gruppe<br \/>\nist eine stabile Mutation mit komplett leuchtend gelben Halmen<sup>1<\/sup> einschlie\u00dflich des Sulcus<sup>2<\/sup>. Zus\u00e4tzlich treten zuf\u00e4llig verteilt einzelne, gr\u00fcne Streifen auf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4050\" aria-describedby=\"caption-attachment-4050\" style=\"width: 1920px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4050 size-full\" src=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/jens-schuette-jos-aureocaulis4155-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"2560\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/jens-schuette-jos-aureocaulis4155-scaled.jpg 1920w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/jens-schuette-jos-aureocaulis4155-225x300.jpg 225w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/jens-schuette-jos-aureocaulis4155-768x1024.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/jens-schuette-jos-aureocaulis4155-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/jens-schuette-jos-aureocaulis4155-1536x2048.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4050\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Phyllostachys vivax \u2018Aureocaulis\u2018 im Schaugarten von Jos van der Palen, Niederlande (Foto: Jens Sch\u00fctte)<\/figcaption><\/figure>\n<p><sub><sup>1<\/sup> Aureocaulis von lat. aureus = gold und caulis = Stengel<\/sub><br \/>\n<sub><sup>2<\/sup> Rille am Halm aller Phyllostachys<\/sub><\/p>\n<p>Die Stammform <em>Phyllostachys vivax<\/em> [2] kommt aus China und ist in vielen Gegenden (Fujian, Henan, Jiangsu, Shandong, Yunnan, Zhejiang) in Kultur, daher ist der genaue Ursprung nicht zu bestimmen.<br \/>\nIn China wird diese Art zur Produktion von Bambussprossen, aber oft auch einfach, wegen der sch\u00f6nen und eleganten Halme der verschiedenen Formen, als Zierpflanze angebaut. Die Halme eignen sich zur Herstellung von Webartikeln und als Stiel landwirtschaftlicher Werkzeuge [3].<br \/>\n<em>Phyllostachys vivax<\/em> \u2019Aureocaulis\u2019 treibt normalerweise erst im sp\u00e4ten Fr\u00fchjahr neue Halme, wodurch das witterungsbedingte Risiko f\u00fcr die neuen Sprossen gering ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4059\" aria-describedby=\"caption-attachment-4059\" style=\"width: 918px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4059\" src=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis.jpg\" alt=\"\" width=\"918\" height=\"1632\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis.jpg 918w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis-169x300.jpg 169w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis-576x1024.jpg 576w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis-768x1365.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis-864x1536.jpg 864w\" sizes=\"auto, (max-width: 918px) 100vw, 918px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4059\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Zuf\u00e4llige gr\u00fcne Streifen an den sonst goldgelben Halmen von Phyllostachys vivax \u2019Aureocaulis\u2019. (Foto: Steffen Greiner im Botanischen Garten der Universit\u00e4t Heidelberg)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Art ist sehr w\u00fcchsig, worauf auch der Artname anspielt (vivax lat. = langlebig, dauerhaft, kr\u00e4ftig) und kann gut etabliert und bei ausreichender Fl\u00e4che bis 12 m H\u00f6he erreichen. Damit z\u00e4hlt dieser Bambus zu den gr\u00f6\u00dften Phyllostachys f\u00fcr die Kultur in Mitteleuropa und kann aufgrund des Ausbreitungsdrangs auch ansehnliche Haine bilden. Die Winterh\u00e4rte ist gut, wenn auch andere Phyllostachys deutlich tiefere Temperaturen tolerieren. Die Minimaltemperatur d\u00fcrfte bei -18\u00b0C bis -20\u00b0C liegen. Bei noch tieferen Temperaturen kommt es zu Halmsch\u00e4den oder Halmverlust, was sich erst in den Folgejahren durch Neuhalme langsam wieder ausw\u00e4chst.<br \/>\nDie hohen Halme f\u00fchren in Kombination mit den relativ d\u00fcnnen Halmw\u00e4nden (etwa 5 mm) zu einer gewissen Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Schneebruch und Wind, auch k\u00f6nnen junge Halme noch vor dem Bebl\u00e4ttern bei starkem Wind relativ leicht abbrechen. Bei etablierten Pflanzen kommen die Halme gerade aus dem Boden und stehen straff aufrecht mit etwas nickender Spitze.<\/p>\n<div>Die Halme sind gelb mit einzelnen meist d\u00fcnnen, gr\u00fcnen Streifen. Diese bemerkenswerte F\u00e4rbung der Halme gibt es auch bei anderen Phyllostachys-Arten (<em>Phyllostachys sulphurea<\/em> oder <em>Phyllostachys aureosulcata <\/em>\u2018Aureocaulis\u2018), allerdings haben diese Arten eine geringere Winterh\u00e4rte oder, im Fall der Art aureosulcata, deutlich d\u00fcnnere Halme.<\/div>\n<p>Die Halme k\u00f6nnen in Mitteleuropa bis \u00fcber 12 m hoch werden und bis zu 10 cm im Durchmesser erreichen, die Internodien sind dabei 25 \u2013 35 cm lang. Die Halme sind nur anfangs wenig bemehlt und die Knoten oft asymmetrisch, was dazu f\u00fchrt, dass diese auf einer Seite prominenter als die Narbe der Halmscheide sind. Die Halmscheiden sind gelb-gr\u00fcn gef\u00e4rbt mir violetten und braunen Anteilen und<br \/>\nbesonders zur Mitte hin dicht dunkelbraun gefleckt. Die Art besitzt keine \u00d6hrchen und Wimpern an den Halmscheiden. Die Spreite der Halmscheiden ist stark zerknittert und braun-lila gef\u00e4rbt, an den R\u00e4ndern deutlich heller, gelegentlich schwach orange.<br \/>\nDie normalen Laubbl\u00e4tter sind mit bis zu 2 cm Breite und 18 cm L\u00e4nge meist recht gro\u00df, k\u00f6nnen aber sehr variabel ausfallen.<\/p>\n<p>Mit <em>Phyllostachys vivax<\/em> \u2019Aureocaulis\u2019 ist ein Bambus gew\u00e4hlt worden, der die Vorteile der Art mit einer der sch\u00f6nsten Halmf\u00e4rbungen bei Bambus vereint. Unter guten Bedingungen und mit ausreichend Platz entwickelt sich die Pflanze schnell zu einem sehr attraktiven \u201eRiesenbambus\u201c.<\/p>\n<p><strong> Literatur<\/strong><\/p>\n<p>1. Ohrnberger, D. (1998). &#8222;The Bamboos of the World.&#8220; <span style=\"text-decoration: underline;\">Elsevier<\/span>.<br \/>\n2. McClure (1945) Phyllostachys vivax, J. Wash. Acad. Sci. 35: 292.<br \/>\n3. Zhengyi, W., P.H. Raven, and H. Deyuan (editors), <em>Flora of China <\/em>(2006). 22, Poaceae<\/p>\n<figure id=\"attachment_4060\" aria-describedby=\"caption-attachment-4060\" style=\"width: 1440px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4060\" src=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis.-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"1440\" height=\"2560\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis.-scaled.jpg 1440w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis.-169x300.jpg 169w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis.-576x1024.jpg 576w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis.-768x1365.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis.-864x1536.jpg 864w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Steffen-Greiner-Ph-vivas-Aureocaulis.-1152x2048.jpg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4060\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Neutrieb von Phyllostachys vivax \u2019Aureocaulis\u2019 mit den typisch dunkel gefleckten<br \/>Halmscheiden. Bis zu dieser Gr\u00f6\u00dfe (1 m) w\u00e4chst der Halm innerhalb einer Woche. (Foto Steffen Greiner im Botanischen Garten der Universit\u00e4t Heidelberg)<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Steffen Greiner Phyllostachys vivax \u2019Aureocaulis\u2019 ist der erste \u201eBambus des Jahres\u201c, den die EBS im Jahr 2004 gew\u00e4hlt hat und diese Tatsache sagt schon viel \u00fcber die herausragende Sch\u00f6nheit aus. Eingef\u00fchrt wurde die Pflanze von Dr. Simon (Marktheidenfeld) 1996 nach Deutschland. 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