{"id":2177,"date":"2018-02-09T21:15:28","date_gmt":"2018-02-09T20:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/?page_id=2177"},"modified":"2019-05-27T15:57:03","modified_gmt":"2019-05-27T13:57:03","slug":"der-beitrag-von-jean-houzeau-de-lehaie-zu-botanischen-studien-ueber-bambus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/bambus-kultur\/geschichte-der-einfuehrung-des-bambus-in-europa\/der-beitrag-von-jean-houzeau-de-lehaie-zu-botanischen-studien-ueber-bambus\/","title":{"rendered":"Der Beitrag von Jean Houzeau de Lehaie zu botanischen Studien \u00fcber Bambus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Autor: Jacques Chaplain \u22c5 Teil 3<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Um diesen Beitrag gut zu verstehen, ist es n\u00f6tig, seine Arbeiten im Zusammenhang mit der Entwicklung der botanischen Erkenntnisse \u00fcber Bambusse zu sehen. Die meisten seiner Studien wurden zwischen 1906 und 1922 ver\u00f6ffentlicht. Vor dieser Periode und seitdem sich J. Houzeau f\u00fcr die Bambusse interessiert (1883), werden wenig wirklich wichtige Arbeiten erw\u00e4hnt. Auguste und Charles Rivi\u00e8re sind die ersten Autoren, die \u2013 obwohl sie selbst keine botanische Ausbildung hatten \u2013 vorschlugen, auf der Grundlage der Beobachtung und Studien \u00fcber ein Jahrzehnt hinweg eine gr\u00fcndliche und durchdachte Monographie zu verfassen \u00fcber die botanische Klassifizierung der Bambusse, eine Beschreibung ihrer Charakteristika, ihr unter- und oberirdisches Wachstum, die Kultur und Vermehrung. A. B. Freeman-Mitford ver\u00f6ffentlicht 1896 \u201eThe Bamboo Garden\u201c. Er ist einer der ersten Bambusamateure, der in seinem Eigentum, dem Batsford Park, eine \u201ebedeutende Sammlung widerstandsf\u00e4higer Bambusse vereint\u201c <sup>39<\/sup>. Wenn auch f\u00fcr den Autor \u201edieses kleine Buch keinen wissenschaftlichen Anspruch stellt\u201c, so ist f\u00fcr Jean Houzeau de L. \u201eThe Bamboo Garden\u201c zugleich ein wissenschaftliches und literarisches Werk, und es hat wirksam dazu beigetragen, Licht in die Nomenklatur der Bambusse zu bringen, die bis dahin im Dunkeln lag. <sup>40 <\/sup>Der Diplomat Ernest Satow ver\u00f6ffentlicht 1899 in Tokyo \u201eThe cultivation of bamboos in Japan\u201c. Diese Studie versteht sich haupts\u00e4chlich als Teil\u00fcbersetzung von \u201eNihon Chiku-fu\u201c, dem ber\u00fchmten \u201eTaschenbuch der japanischen Bambusse\u201c, ver\u00f6ffentlicht 1885 von Katayama Nawohito, aber auch als eine Nomenklatur der japapischen Bambusse. Endlich muss auch Dietrich Brandis Erw\u00e4hnung finden. Diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Pers\u00f6nlichkeit hat ihr Leben der Waldwirtschaft aus vielf\u00e4ltiger Sicht gewidmet: landwirtschaftlich, \u00f6kologisch und botanisch. Nach 7 Jahren Aufenthalt in Birma, in der Provinz von Pegu, war D. Brandis 20 Jahre lang der erste General-Waldinspektor in Indien. Er spielte eine bis heute anerkannte gro\u00dfe Rolle in vielen Bereichen der Waldwirtschaft (Ausbildung, Gesetzgebung, Kulturtechniken, Technik der Probeentnahmen). Er bereitete Ver\u00f6ffentlichungen vor, wie \u201eForest Flora of Northwest and Central India\u201c und \u201eIndian Trees\u201c. Im Alter von 75 Jahren, nachdem er in Rente gegangen war, begann er sein gr\u00f6\u00dftes botanisches Werk \u201eIndian Trees\u201c <sup>41<\/sup>, das \u201eminuti\u00f6s 4.400 Holzarten beschreibt, viele davon zum ersten mal\u201c. Er arbeitete 8 Jahre an der Abfassung dieses Werkes. Darin sch\u00e4tzte Jean Houzeau besonders die Unterfamilie der Bambusoiden, weil D. Brandis im Gegensatz zum Werk von S.J. Gamble 122 Arten beschreibt,davon 20 \u201eNeuheiten\u201c. D. Brandis unterstreicht hier \u201edie Bedeutung gewisser Merkmale, die die Bestimmung der Arten erleichtern k\u00f6nnen, wenn man nur die Stiele und Bl\u00e4tter sehen kann. Es ist die Erscheinungsform der Blattscheiden und Blattadern\u201c. <sup>42 <\/sup>Selbstverst\u00e4ndlich d\u00fcrfen nicht die insbesondere auf die Bambusforschung spezialisierten japanischen Botaniker vergessen werden: Prof. Makino, Lehrstuhlinhaber an der Universit\u00e4t von Tokio, Shibata, Miyoshi und Onuma. J. Houzeau de L. ist eifriger Leser der Zeitschrift \u201eBotanical Magazine of Tokio\u201c. Er verfolgt sehr genau die Arbeiten Makinos, aber auch die Beschriftung der Bambusse, die Letzterer nach Kew <sup>43 <\/sup>versendet. Die gro\u00dfe Entt\u00e4uschung J. Houzeaus war das Schweigen Professor Makinos. Er hat niemals auf die Fragen und Bitten, die aus Belgien kamen, geantwortet. <sup>44 <\/sup>Es w\u00e4re ein zeitraubendes Unternehmen wollte man versuchen, alle Arbeiten aufzuz\u00e4hlen, die am Anfang des 20. Jahrhunderts zur besseren wissenschaftlichen Kenntnis der Bambusse beitrugen und die die Wertsch\u00e4tzung zeigen, die ihnen von den Botanikern dieser Epoche entgegengebracht wurden. In der Tat w\u00e4hlten sie solche Themen wie die minuzi\u00f6se Beschreibung der Bambusse (haupts\u00e4chlich der verschiedenen Arten der <em>Phyllostachys<\/em>), Versuche der taxonomischen Umgruppierung der Arten <em>Arundinaria<\/em> und <em>Phyllostachys<\/em>, der Winterh\u00e4rte der Bambusse, der sehr genauen Beschreibung der unter- und oberirdischen Wachstumsprozesse, des Ph\u00e4nomens der Bl\u00fcte der nach Europa eingef\u00fchrten Bambusse bis hin zu Ratschl\u00e4gen zur Kultur, zu Rentabilit\u00e4tsstudien \u00fcber die wirtschaftliche Nutzung der Halme und zur botanischen Geographie der aus China und Japan kommenden Bambusse\u2026<\/p>\n<figure id=\"attachment_2140\" aria-describedby=\"caption-attachment-2140\" style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2140 size-full\" src=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_027.png\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_027.png 217w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_027-122x300.png 122w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2140\" class=\"wp-caption-text\">Zeichnungen von Jean Houzeau de Lehaie (publiziert in Le Bulletin p\u00e9riodique).<\/figcaption><\/figure>\n<div><strong>Jean Houzeau \u00f6ffnet den Weg f\u00fcr einen neuen Ansatz in der Botanik der Bambusse<\/strong><\/div>\n<div>Alleine um die Pr\u00e4gnanz seiner Forschungen zu zeigen, nehmen wir als Beispiel eine k\u00fchne Hypothese, die er 1906 betreffend den unterirdischen Wachstumsprozess der Bambusse aufgestellt hat. Diese hat schon 1925 die Aufmerksamkeit des Botanikers F.A. MacClure auf sich gezogen. A. und C. Rivi\u00e8re haben zwei Hauptarten der Bambusse nach ihrem unterirdischen Wachstum beschrieben und zwar die Bambusse mit \u201aHerbstwachstum\u2018 in Gruppen horstig wachsend und die des \u201aFr\u00fchlingswachstums\u2018 in der Regel Ausl\u00e4ufer bildend. Einige Feststellungen, die Jean Houzeau auf Grund der zwanzigj\u00e4hrigen aufmerksamen Beobachtung seiner Lieblingspflanzen traf, f\u00fchrten dazu, diese, durch Vater und Sohn Rivi\u00e8re \u2013 die Chefg\u00e4rtner des Gartens von Hamma \u2013 vorgenommene Einteilung in zwei Gruppen ins Wanken zu bringen. Die Rhizome der horstigen Bambusse nennt Jean \u201ecaulo-bulbe\u201c (stengelst\u00e4ndige Knolle). Er zeichnet sie mit geschickter Hand am Beispiel des <em>Bambusa Thouarsii (Bambusa vulgaris<\/em>).<\/div>\n<p>Die Rhizome der zweiten Gruppe sind lange, d\u00fcnne Rhizome mit einer unbegrenzten unterirdischen Entwicklung, die er ebenso an Hand eines Rhizomes der Art <em>Phyllostachys<\/em> illustriert. Jean konstatierte, wenn der Beginn der Entwicklung aller Arten des Bambus gleich ist, k\u00f6nnen hingegen in der Folge Wachstum und Perioden der r\u00fcckl\u00e4ufigen Entwicklung abwechseln, die nicht die selben sind f\u00fcr die Ausl\u00e4ufer bildenden Arten wie f\u00fcr die horstigwachsenden Arten. Aber \u201eumgepflanzte Teilst\u00fccke, die ganz zum horstigen Stadium zur\u00fcckgekehrt sind, bl\u00fchen an allen Halmen zur gleichen Zeit wie die Mutterpflanze, die Ausl\u00e4ufer treibend geblieben ist. Ebenso kann eine schm\u00e4chtige eigentlich ausl\u00e4ufertreibende Art ins Bl\u00fchen kommen, ohne das ausl\u00e4ufertreibende Stadium erreicht zu haben.\u201c <sup>45<\/sup> Unser Autor schlie\u00dft daraus, dass \u201eder Unterschied zwischen den horstigen Bambussen und den Ausl\u00e4ufer treibenden Bambussen nicht erblich und auch nicht spezifisch ist, sondern einzig physiologischer Natur\u201c (oder biologischer Natur, wie er sp\u00e4ter zur vegetativen oberirdischen Entwicklung sagen wird). Von Floyd Alonzo McClure h\u00f6ren wir, dass diese Behauptung best\u00e4tigt werden kann <sup>46<\/sup>, insbesondere durch <em>Chusquea Fendleri<\/em>, da dieser zwei Rhizomarten haben kann. <sup>47<\/sup> Die Beobachtungen von Jean Houzeau beschr\u00e4nken sich auf eine begrenzte Menge verschiedener Bambusarten und es ist nicht m\u00f6glich, seine Behauptung als wahr zu betrachten, aber man kann sie als eine sehr anregende Hypothese f\u00fcr die Botaniker ansehen; als einen Weg zur Erkenntnis der Verschiedenartigkeit der Rhizome, \u201ewahrnehmbar von einer Art zur anderen und zuweilen selbst bei einer gleichen Art\u201c, der in Wirklichkeit dem Wachstum des Bambus Rechnung tr\u00e4gt, seiner Morphologie und seiner tats\u00e4chlichen r\u00e4umlichen Ausbreitung (horstige oder Ausl\u00e4ufer bildende Rhizome). <sup>48<\/sup> Man versteht nun besser, auf welcher Art die Arbeiten von Jean einen nennenswerten Meilenstein darstellen auf dem Weg der wissenschaftlichen Erkenntnisse \u00fcber die Gattung der Bambusoiden. Der Name unseres Botanikers steht in Verbindung mit einer gewissen Zahl von Arten. In der Gattung der <em>Arundinaria<\/em> kann man <em>A. angustifolia (A. <\/em><em>chino A.<\/em>) nennen. In der Gattung <em>Phyllostachys<\/em> war Jean Houzeau de Lehaie einer der wichtigsten Beschreiber von <em>Ph. bambusoides \u201eCastilloni-inversa\u201c, Ph. bambusoides \u201eSulphurea\u201c (Ph. b. f. holochrysa), Ph aurea \u201eFlavescensinversa\u201c, Ph. nigra gr. Henonis `Borayana\u00b4 (Ph. puberula var. Boryana), Ph. nigra gr. Henonis \u201eHanchiku\u201c (Ph. puberula var. Han-Chiku), Ph. edulis (Ph. pubescens), Ph. e. \u201cHeterocycla\u201c<\/em>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2141\" aria-describedby=\"caption-attachment-2141\" style=\"width: 216px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2141\" src=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_029.png\" alt=\"\" width=\"216\" height=\"290\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2141\" class=\"wp-caption-text\">Phyllostachys edulis. Die Fotografie, von Jean Houzeau de Lehaie aufgenommen im Juli 1905, zeigt die Entwicklung von zwei jungen Halmen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aus zwei Gr\u00fcnden ist es interessant, sich ein Weilchen bei seiner Beschreibung von <em>Ph. edulis<\/em> aufzuhalten. Der Erste zeigt gut die Genauigkeit seiner Beobachtungen und seiner botanischen Beschreibungen. Der Zweite gibt Zeugnis \u00fcber seine Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die Bambushaine. Der erste Leitartikel seiner Zeitschrift ist <em>Ph. pubescens Mazel (Ph. edulis) <\/em>gewidmet. Im Moment, als die erste Ausgabe die Druckerei verlie\u00df, erhielt Jean Houzeau de L. Kenntnis von der Beschreibung dieser Art durch Prof. Makino unter dem Namen <em>Ph. mitis<\/em> A. et C. Rivi\u00e8re. <sup>49<\/sup><\/p>\n<div><strong>Der \u201e<em>mitis<\/em>\u201c des Herrn Makino und der <em>\u201eedulis\u201c<\/em> des Herrn Houzeau <\/strong><\/div>\n<div>Unser Autor liest, der von Prof. Makino beschriebene Bambus sei \u00abeine Pflanze mit einem glatten Halm, fast zylindrisch an der Basis mit langen Internodien \u2013 mit glatten Halmscheiden, hohlen Zweigen, gro\u00dfen Bl\u00e4ttern\u00bb. Und weiter \u201eEs ist die Pflanze, die \u00fcberall in Europa unter eben diesem Namen kultiviert wird, z.B. in Kew, Badsford Parc bei Mitford, in Prafrance bei Mazel, wo Rivi\u00e8re die Identit\u00e4t kontrolliert hat. (Rivi\u00e8re, \u201eDie Bambusse\u201c, Seite 240) . Unsere Exemplare stammen aus Prafrance.\u201c Nun, so versichert uns Jean \u201edie von Mr Makino beschriebene Pflanze hat im jungen Alter mit Flaum besetzte Halme, ist an der Basis sehr konisch, die Internodien sind in diesem Bereich sehr kurz, die Halmscheiden sind sehr dicht behaart, die Zweige vollholzig und die Bl\u00e4tter klein. In Europa war sie bis 1904 unter Verschluss bei dem verstorbenen Mazel in Prafrance; dort war sie nach dem Besuch des verstorbenen Rivi\u00e8re um 1880 angekommen. Nur die Unterart \u201eheterocycla\u201c war anderswo verbreitet, in England, Belgien und Deutschland.\u201c Also schl\u00e4gt er folgende Synonyme vor:<\/div>\n<div><em>Phyllostachys mitis A. et C. Rivi\u00e8re; Bean; F. Mitford, <\/em>(nicht Makino).<\/div>\n<div><em>Bambusa mitis <\/em>Hort. ex Carr. (nicht Poiret)<\/div>\n<div><em>Phyllostachys pubescens <\/em>Mazel, H. de L.<\/div>\n<div><em>Phyllostachys mitis <\/em>Makino<\/div>\n<div><em>Bambusa edulis <\/em>Carr.<\/div>\n<div><em>Bambusa Mosoo <\/em>Sieb.<\/div>\n<div><em>Nom. Jap. M\u00f4ss\u00f4-chiku; M\u00f4so-chiku; Wase-dake<\/em><\/div>\n<div><em>Nom. Sin. Kouan-chiku; Rito-chiku;Biotan-chiku; Biodji-chiku; Mato-chiku <\/em>Ursprung China; eingef\u00fchrt nach Japan um 1717.<\/div>\n<div>Jean Houzeau de L. hat daraus mit Recht geschlossen, dass <em>M\u00f4ss\u00f4-chiku<\/em> den Namen der Art, den ihm Carri\u00e8re gegeben hat, behalten soll: <em>edulis<\/em>, und, durch die Zugeh\u00f6rigkeit zur Gattung <em>Phyllostachys \u201ePhyllostachys edu<\/em><em>lis\u201c<\/em> hei\u00dfen soll.<sup>50<\/sup><\/div>\n<div>Und die Unterart mit schr\u00e4gen Internodien soll somit den Namen erhalten<em>: Phyllostachys edulis var. heterocycla <\/em><em>Ph. mitis var. Heterocycla Nom. jap. kilkko-chiku; kimon-chiku<\/em><\/div>\n<p>Diese aufwendigen Pr\u00e4zisierungen lassen uns jetzt erkennen, wie \u00fcberw\u00e4ltigt Jean war, nachdem er dem Charme der von Eug\u00e8ne Mazal in Prafrance geschaffenen Edulishaine unterlegen ist.<\/p>\n<div>\u00a0<strong>Riesige Strau\u00dfenfedern <\/strong><\/div>\n<div>\u201eEiner der beeindruckendsten Haine, zusammengestellt aus der Bambusart, die wir noch beschreiben werden, macht einen m\u00e4chtigen, dekorativen Eindruck. Man stelle sich hunderte von Halmen vor, hier gedr\u00e4ngt einer neben dem anderen, zum Himmel fliegend wie Raketen, dort ordentlich, mit Abstand weiter auseinander, zu zweit, zu dritt, in kleinen Gruppen, wie Spazierg\u00e4nger. Alle sind rank und schlank, trotzdem robust. Ihre Wipfel, mit goldenem Ge\u00e4st, dem Laub, das sich ausbreitet wie tausend indische Sonnenschirme, wiegen sich langsam im Wind. Glyzinien, Gei\u00dfblatt, Clematis winden sich an ihnen hoch, springen von Spitze zu Spitze und fallen wie Blumengirlanden herab. Gigantische Strau\u00dfenfedern, diese Halme, die manchmal 20 m H\u00f6he \u00fcbersteigen und mit den sch\u00f6nsten tropischen W\u00e4ldern konkurrieren k\u00f6nnen. Sie sind dennoch nicht empfindlich f\u00fcr die Witterungseinfl\u00fcsse unseres Klimas. W\u00e4hrend des letzten Winters hatte Prafrance Raureifperioden kennen gelernt, die gew\u00f6hnlich nur in n\u00f6rdlichen L\u00e4ndern vorkommen. Drei Tage, vom 1. bis 3. Januar 1905 wehte ein starker Wind, dann schneite es ausgiebig, das Thermometer sank auf -14 \u00b0C. Es war notwendig, sehr schnell die gro\u00dfen Halme, deren gebeugte K\u00f6pfe unter der B\u00fcrde des Schnees zu brechen drohten, vom Schnee zu befreien. Aber nach dem Sturm, als die Sonne den Schnee geschmolzen hatte, stellte man mit Freude fest, dass nicht ein einziges Blatt erfroren, die Pflanze bewundernswert der K\u00e4lte widerstanden hatte und genau so lebenskr\u00e4ftig war, als sei der laue Wind des Midi niemals vom Unwetter des Nordens unterbrochen worden.\u201c <sup>51<\/sup><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<figure id=\"attachment_2142\" aria-describedby=\"caption-attachment-2142\" style=\"width: 449px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2142\" src=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_031.png\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"298\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_031.png 449w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_031-300x199.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2142\" class=\"wp-caption-text\">Es existieren in der Ermitage de Saint-Barth\u00e9lemy noch sechs Varianten. Thamnocalamus nitidus ist zum Zeitpunkt der Fotografie im November 2006 in Bl\u00fcte. Foto: Claude Houzeau de Lehaie.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>Aus Japan stammende Ratschl\u00e4ge f\u00fcr die Kultur des Bambus <\/strong><\/div>\n<p>Jean Houzeau ist auch ein sehr guter G\u00e4rtner, nicht geizig mit seinen Ratschl\u00e4gen zur Kultivierung des Bambus.\u00a0 Sie sind das Ergebnis seiner geduldigen Mischung von Theorie und Praxis. \u201eEs bedarf h\u00e4ufigen Herantastens, um die Anforderungen und Regeln der Kultur zu kennen. Sie ist sehr gut in den chinesischen und japanischen Abhandlungen erkl\u00e4rt. Aber erst seit die Pflanzen selbst mich langsam ihre Kultur gelehrt haben, sind die Texte f\u00fcr mich klar verst\u00e4ndlich.\u201c <sup>52<\/sup> Zum Gelingen der Kultur der Bambusse und besonders der <em>Phyllostachys<\/em> empfiehlt er mit Nachdruck die Japanische Methode mit einer Anpassung an unsere Region, besonders im Hinblick auf die Pflanzperiode (bevorzugt Mitte M\u00e4rz bis April; in Mons bis ann\u00e4hernd 25. Juni). Zuerst gilt es, eine Grube vorzubereiten, die der Gr\u00f6\u00dfe des Pflanzballens angepasst ist. F\u00fcr einen mittelgro\u00dfen Ballen von ungef\u00e4hr 200 kg ben\u00f6tigt man ein Pflanzloch von jeweils 1 Meter Seitenl\u00e4nge und 80 cm Tiefe. Man kann sich vorstellen, dass unser G\u00e4rtner f\u00fcr die Pflanzenballen, die er mit der Eisenbahn aus Prafrance kommen l\u00e4sst und die bis zu einer Tonne schwer sind, sehr viel Helfer zum Ausgraben des Pflanzloches gebraucht hat!<\/p>\n<div><strong>Die Wahl des Standortes <\/strong><\/div>\n<p>Soll an einer S\u00fcdostseite nahe eines Weges, eines Weihers, eines Grabens oder einer B\u00f6schung gepflanzt werden, so muss die Pflanzstelle mindestens 3 m davon entfernt sein, da sich die Pflanze auf der S\u00fcdostseite mehr ausbreiten wird und sch\u00f6nere Halme bekommen wird. Die Bambusse brauchen einen gut drainierten Boden. Unser G\u00e4rtner gibt zu bedenken, dass die meisten der nach Europa eingef\u00fchrten Bambusse nicht an sumpfige Erde angepasst sind und die Wurzeln durch das Wasser verfaulen werden.<\/p>\n<div><strong>Das Pflanzen<\/strong><\/div>\n<p>Zuerst ein Teil des Pflanzloches mit einer gut verrotteten (um Hitzeentwicklung zu vermeiden) Schicht Mist f\u00fcllen, gut feststampfen (damit sich der Pflanzballen nicht bis unter das Bodenniveau setzt). Dann abwechselnd Lagen von ungef\u00e4hr 5 cm Lehmerde und verrottetem Mist bis zu einer H\u00f6he einschichten, so dass der Ballen von der letzten Schicht aus 20 bis 25 cm \u00fcber das Bodenniveau hinausragt. Nun den Ballen in die Mitte der Grube stellen, mit Ausrichtung der sichtbaren Rhizomspitzen nach S\u00fcdosten. Dann den Graben mit der reichen, lehmigen Erde f\u00fcllen und einschl\u00e4mmen, damit die Pflanze festen Halt bekommt. Wenn die Erde nicht kalkhaltig ist, ist es angebracht Kalk oder Phosphorschlacke hinzu zu f\u00fcgen. Danach die Pflanze mit einem Gie\u00dfrand versehen, um das Wasser am Ablaufen zu hindern. Die Erde im Umkreis und zwischen den Halmen soll immer mit einer 5 cm dicken Lage Mist bedeckt sein. Diese muss erneuert werden, sobald sie im Boden verschwunden ist; aber Achtung, dass dabei das Niveau nicht erh\u00f6ht wird weil sonst die Wurzeln ersticken k\u00f6nnen, besonders bei K\u00e4lte und bei kompaktem Boden. Im Winter wird die Streu mit einer Matte aus Zweigen 20 cm hoch abgedeckt, um die jungen Rhizome zu sch\u00fctzen. Die trockenen Bl\u00e4tter bleiben ebenfalls liegen. Die Mulchschicht des Winters muss vorsichtig von Hand entfernt werden, damit die neuen Triebe nicht verletzt werden.<\/p>\n<div><strong>Das W\u00e4ssern<\/strong><\/div>\n<p>Jean bevorzugt wegen der Temperatur zum W\u00e4ssern die Berieselung, besonders f\u00fcr die jungen Pflanzen. Jean ging sogar so weit, im Fr\u00fchjahr ausgesprochen warmes Wasser daf\u00fcr zu benutzen (er verf\u00fcgte in seinem Treibhaus \u00fcber eine gro\u00dfe Heizung und die Beschaffung von Koks war leicht, da Mons in einer Bergbauregion liegt).<\/p>\n<div><strong>Parks und Bambus-G\u00e4rten der Belle-Epoque und das Projekt eines \u201eBambusetums\u201c<\/strong><\/div>\n<div>Nach vielen Reisen durch ganz Frankreich widmete sich Jean Houzeau 1909 einer Studie der Kultur des Bambus in S\u00fcdwestfrankreich. Sie wird im \u201eBulletin de la Soci\u00e9t\u00e9 Dendrologique de France\u201c ver\u00f6ffentlicht <sup>54<\/sup>. Die Schlussfolgerung dieser reichhaltigen Studie tr\u00e4gt die Hoffnung: Ein \u201eComit\u00e9 des Bambous\u201c zu schaffen unter der Leitung des renommierten G\u00e4rtners Maurice L\u00e9v\u00e8que de Vilmorin. In seiner Eigenschaft als k\u00fcnftiger Sekret\u00e4r nimmt sich Jean vor, jedes Jahr die Versuchsergebnisse aus den Parks und Bambusg\u00e4rten der Laien zusammenzufassen, ebenso wie die der Leiter von Bambusplantagen. Eineinhalb Jahre sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlicht er die Resultate eines von ihm vorher ausgearbeiteten Fragebogens. Einer ersten Auswertung mangelte es nicht an einem Schmunzeln: Die Pflanzungen gro\u00dfer Bambusse zur Zierde lagen vornehmlich in Weinbaugebieten!<\/div>\n<p>Mit Ausnahme der drei Bambusanbaubetriebe (G\u00e9n\u00e9ragues, Pau, Saint Cyr-l\u00e8s Tours) z\u00e4hlte Jean 16 Parks und Amateurg\u00e4rten, die Bambushaine von \u00fcber 10 m H\u00f6he hatten. Sie sind in Castros (Gironde), Temple-sur-Lot (Lot-et-Garonne), Castet des Landes (Landes), Blain, Corneille de Conflent, eine \u2019Bambousaie\u2019 aus <em>Phyllostachys <\/em><em>bambusoides<\/em> von 10 bis 14 m H\u00f6he bei Mme. Avesnier, deren Ort nicht genannt ist (Loire-Atlantique), Montpellier (H\u00e9rault), Antibes, Canne, Nice (Alpes-Maritimes), Lezan, Cardets, Uz\u00e8s (Gard), Narbonne, Salletes d\u2019Aude (Aude) et Chanos-Curson (Dr\u00f4me). <sup>55 <\/sup>Das Kriterium der H\u00f6he relativierte die Zahl der Parks und G\u00e4rten und spiegelt nicht die Bedeutung der Verbreitung der Bambusse in Frankreich wieder. <sup>56<\/sup> Daher wurden Bambusparks verschwiegen, die in der heute \u201ePays de Loire\u201c genannten Region lagen; zu bestimmen w\u00e4ren der Park von \u201aLa Maul\u00e9vrie\u2019 bei Angers (entworfen von Gaston Allard) und der Park des Botanikprofessors Edouard Bureau, gelegen auf seinem Gut \u2019La Meilleraie\u2019, die Jean beide gut kennt. Die Kollektion von Professor Bureau umfasste 1909 ungef\u00e4hr 60 Arten. <sup>57<\/sup><\/p>\n<p>Um die Verbreitung des Bambus bei den Amateuren und Fachleuten, besonders in Frankreich zu f\u00f6rdern, hat Jean Houzeau de L. nur einen Wunsch: die Einrichtung eines <strong>\u2019Bambusetum\u2019<\/strong>: Es soll eine Versuchsstation sein, aber auch der Promotion der Pflanze dienen. Alle diese Projekte lie\u00dfen sich nicht schnell verwirklichen. Es dauerte bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts, bis der Bambus begann, sich \u00fcber zahlreiche Parks und G\u00e4rten in Frankreich zu verbreiten. Fast hundert Jahre vergingen nach dem Aufruf von Jean Houzeau, bis die rustikalen Bambusse wirklich eine attraktive Pflanze f\u00fcr europ\u00e4ische G\u00e4rtner und Landschaftsarchitekten wurden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2143\" aria-describedby=\"caption-attachment-2143\" style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2143\" src=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_034.png\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"774\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_034.png 217w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Image_034-84x300.png 84w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2143\" class=\"wp-caption-text\">Aquarell von Jean Houzeau de Lehaie.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der reisende Naturwissenschaftler Jean, leidenschaftlicher F\u00f6rderer der Bambusse in Europa, interessiert sich nicht nur f\u00fcr diese fantastischen, baumartigen Gr\u00e4ser. Seit 1898 widmet er sich der Beobachtung der Orchideen, aber auch der ganzen Flora im Allgemeinen und der Insektenkunde. Er reist durch ganz Frankreich, Italien, die Niederlande, England, Schweiz, Deutschland, \u00d6sterreich, Spanien, Griechenland, Marokko, Vorderasien, Pal\u00e4stina, Syrien und \u00c4gypten. Er hat Respekt vor der Natur. Viel lieber als ein Herbarium anzulegen studiert und zeichnet er, erf\u00fcllt von der Umgebung, die seltenen Arten an Ort und Stelle. Allein von Orchideen bringt er von seinen Reisen mehr als 1.500 Aquarelle und mit Hinweisen versehene Zeichnungen mit. Zwischen zwei Reisen widmet sich unser Botaniker pr\u00e4historischen Recherchen und ver\u00f6ffentlich zahlreiche Artikel. W\u00e4hrend der deutschen Besatzung gibt er sich humanistischen und philanthropischen Werken hin. Dann nimmt er die Reiserei im Mittleren Orient wieder auf. 1933 startet er mit seinem Auto, begleitet von einem jungen belgischen Ethnographen zu einer wissenschaftliche Expedition nach Franz\u00f6sisch-Ost-Afrika. Er hat seine Pl\u00e4ne gegen\u00fcber seinen Verwandten bis zur letzten Minute geheim gehalten. Die beiden Reisenden wollen insbesondere Orchideen beobachten, im Allgemeinen die Flora und Fauna und sie wollen pr\u00e4historische Forschungen anstellen. Jean steuert sein Auto die ganzen 19.000. Die Reise dauerte 3 Monate; jede Etappe betrug ungef\u00e4hr 400 km, alles verlief ohne Panne, ohne Unfall und ohne Erm\u00fcdungserscheinungen des 66-j\u00e4hrigen Fahrers. Innerhalb eines Jahrs wiederholte er das Husarenst\u00fcckchen, diesmal alleine. Seine Reisen erm\u00f6glichten es, eine Ausstellung der Objekte und der zahlreichen, aus Afrika mitgebrachten Fotografien zu organisieren, Konferenzen und viele wissenschaftliche Vortr\u00e4ge abzuhalten.<\/p>\n<div><strong>Der Einsatz f\u00fcr die Landwirte<\/strong><\/div>\n<p>Sein gro\u00dfer Enthusiasmus und seine liebenswerte Art seine Mitteilungen abzufassen, sind nicht beeintr\u00e4chtigt von der Erfahrung mit dem \u201aBulletin p\u00e9riodique\u2019: Zwischen 1945 und 1947 erscheint, wieder mit seinem pers\u00f6nlichen Geld finanziert, das Wochenblatt \u2019La solidarit\u00e9 paysanne\u2019. In dieser Zeitung zur Verteidigung der Landwirte, herausgegeben in 7.000 Exemplaren, ver\u00f6ffentlichte er ungef\u00e4hr 100 Artikel. Die Feder unseres 80-j\u00e4hrigen Journalisten ist immer noch sehr flink. Weitere zwei Jahre verfasst er landwirtschaftliche Artikel f\u00fcr die lokale Presse.<\/p>\n<div>\u00a0<strong>\u201eAuf ins Paradies\u201c<\/strong><\/div>\n<div>Er h\u00f6rt erst mit 87 Jahren auf, seine Studien zu ver\u00f6ffentlichen! \u2019Auf ins Paradies\u2019 ist einer seiner letzten Artikel. Aber er unterh\u00e4lt weiterhin seine Brieffreundschaften, besonders mit den passionierten Bambusamateuren. Diese vergelten es ihm, indem sie ihm warmherzig erwiedern, z.B. Maurice N\u00e8gre, neuster Erbe von Prafrance, der ihm am 21.12.1955 schreibt: \u201eAuf Ihren Brief vom 8. d. Mts. erlauben Sie mir bitte, Ihnen gegen\u00fcber meine volle Bewunderung Ihrer Person auszudr\u00fccken. Erstens daf\u00fcr, mit 89 Jahren einen solch jugendlichen Charakter zu haben; einen so sicheren Geist und Ausdruckskraft, zweitens f\u00fcr die Gesamtheit Ihrer Arbeit (von der ich sicher leider nur einen Teil kenne), f\u00fcr das, was Sie f\u00fcr die Bambusse vollbracht haben, wie auch f\u00fcr Ihre tiefgehenden und genauen Kenntnisse dieser Gr\u00e4ser, die in Europa einzigartig sind.\u201c<\/div>\n<p>Jean Houzeau de Lehaie wird die letzten 5 Jahre seines Lebens ruhig verbringen. Die Liebkosungen des Windes in den fantastischen Strau\u00dfenfedern, die die Ermitage einfassen, zu h\u00f6ren, den Gesang der V\u00f6gel, die sich in einem Hain zum Schlafen legen oder das Geraschel der Insekten, die Aquarelle der belgischen und afrikanischen Orchideen durch zu bl\u00e4ttern, sich noch einmal Onkel Charles in Texas vorzustellen, in Martinique oder in seiner N\u00e4he die Sterne zu erforschen, sich von den Erz\u00e4hlungen der Mutter einwiegen zu lassen, sich an die Tropen zu erinnern, sich wiederholt Bambushaine und verwilderte G\u00e4rten inmitten der ewigen Ordnung der Felder und der weiten Natur der ganzen Welt vorzustellen: Welch sch\u00f6ne Belohnung am Abend eines erf\u00fcllten Lebens.<\/p>\n<div>La Manceli\u00e8re, Oktober 2006<\/div>\n<div>Jacques Chaplain<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><strong>Nachwort<\/strong><\/div>\n<div>Den Bambuspark \u201eLes Jardins de Loriot\u201c in der Vendee, gestaltet von Jaques Chaplain mit seiner Frau Monique, erscheint ganz im Geiste von \u201eGarden Field\u201c des Meisters JHDL. Eine Zusammenfassung dieses Artikels erschien in zwei Teilen in der Zeitschrift der AEB Sektion France. Dieser Artikel h\u00e4tte nicht geschrieben werden k\u00f6nnen, ohne die urkundliche Hilfe von Michel Charlot, Direktor der belgischen P\u00e9pini\u00e8re Houzeauana bei Mons. (www.houzeauana.com\/bamboos.htm). Dank dieses belgischen Spezialisten der Bambuskultur konnten wir die Artikel und Studien des Jean Houzeau de Lehaie \u00fcber die Bambusse, erschienen 1905, nachlesen.<\/div>\n<div>Wir danken Gilbert Leffond, Generalsekret\u00e4r der AEB, f\u00fcr seine Dokumentensuche, (Ansichtskarten von Anduze und die Illustration aus der Zeitschrift, die ein Dampfschiff bei der Abfahrt nach Indochina darstellt). Wir danken auch Jean Demoly, Botaniker und Vizepr\u00e4sident der AEB f\u00fcr die wissenschaftliche Redigierung. Mit der Fertigstellung dieses Artikels war unser Interesse f\u00fcr das Werk von Jean de Houzeau de Lehaie geweckt.<\/div>\n<div>Claude Houzeau de Lehaie, Gro\u00dfneffe von Jean, hatte mit seiner Frau die Recherchen im au\u00dfergew\u00f6hnlichen Dokumentenschatz der Familie durchgef\u00fchrt. Dank sei ihnen f\u00fcr alle Illustrationen und Fotos, die sie uns gerne \u00fcbermittelt haben.<\/div>\n<div><\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2126\" src=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Image_036.jpg\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"96\" \/><\/p>\n<div><a href=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/bambus-kultur\/geschichte-der-einfuehrung-des-bambus-in-europa\/jean-houzeau-de-lehaie-pionier-der-einfuehrung-des-bambus-in-europa\/\"><strong>Teil 1: Jean Houzeau de Lehaie &#8211; Pionier der Einf\u00fchrung des Bambus in Europa \u22c5Jaques Chaplain (Autor) \u22c5 Monique Chaplain (\u00dcbersetzung)<\/strong><\/a><\/div>\n<div><strong><a href=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/bambus-kultur\/geschichte-der-einfuehrung-des-bambus-in-europa\/auf-ins-bambusparadies-mit-dem-naturforscher-jean-houzeau-de-lehaie\/\">Teil 2: Auf ins Bambusparadies mit dem Naturforscher Jean Houzeau de Lehaie\u00a0\u22c5 Jacques Chaplain (Autor) \u00b7 Florence Tribon &amp; Thomas Gr\u00fcnewald (\u00dcbersetzung)<\/a><br \/>\n<\/strong><\/div>\n<p><strong>Teil 3: Der Beitrag von Jean Houzeau de Lehaie <\/strong><strong>zu botanischen Studien \u00fcber Bambus\u00a0\u22c5 Jacques Chaplain (Autor) \u00b7 Ther\u00e8se Bour &amp; Bill Hoag (\u00dcbersetzung)<\/strong><\/p>\n<p><u><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong> <\/u><\/p>\n<div>\n<p>38 PIERARD, Clovis; Der Naturwissenschaftler Jean Houzeau de Lehaie und seine Familie. M\u00e9moires et publications de la Socie\u00e9t\u00e9 des sciences des arts et des lettres du Hainault, 74. vol., 1960, Seite 73. Fotografie datierend 1950, widergegeben aus dem Artikel von Clovis PIERARD; ebenda.<\/p>\n<p>39 Le bambou, Bulletin p\u00e9riodique, Nr. 5-6, 15. Dezember 1906, Seite 164<\/p>\n<p>40 Ebenda Seite 165<\/p>\n<p>41 BRANDIS, Dietrich, Indian trees, on account of trees, schrubs, woody climbers, bamboos and palms indigenous or commonly cultived in the British Indian Empire, London, Archibald Constable and Cie. Ltd. 1906. Die Ver\u00f6ffentlichung wurde mehrmals neu aufgelegt, zuletzt 1971<\/p>\n<p>42 Le bambou, Bulletin p\u00e9riodique, ebd. Seite 163-164<\/p>\n<p>43 Jean glaubte, dass ein gro\u00dfer Phyllostachys, gepflanzt in Kew, etikettiert sei \u201eYellow Bambou\u201c, beschrieben von Makino, aber es handelte sich weder um Ph. aurea noch um Ph. sulfurea. Er lancierte im Bulletin, Seite 133,<\/p>\n<p>folgenden Aufruf: \u201ewir w\u00e4ren Herrn Prof. T. Makino sehr dankbar, wenn er die Freundlichkeit h\u00e4tte, in einer der n\u00e4chsten Ausgaben von Botanical Magazine de Tokio, \u00fcber diesen Gegenstand Aufschluss zu geben\u201c.<\/p>\n<p>44 \u201eEs war uns bis heute, trotzt wiederholter Versuche unm\u00f6glich, von einem Japaner die geringste Auskunft zu erhalten.\u201c Bulletin p\u00e9riodique, Nr. 9-10, 30. Juni 1908, Seite 225.<\/p>\n<p>45 Le bambou, Bulletin p\u00e9riodique, Nr. 5-6, 15. Dezember 1906, Seite 151<\/p>\n<p>46 \u2026die aber nicht \u00fcbereinstimmt mit der Annahme von Jean, gem\u00e4\u00df der die Unterscheidung der zwei Haupttypen des Bambus an Hand des Wachstumsprozesses ausschlie\u00dflich physiologisch sei. McClure, F.A., The Bamboos, Smithsonian Institution Press, Washington and London, reprint 1996, pp. 19-21.<\/p>\n<p>47 DEMOLY, J.-P. beschrieb 1996 den Typ \u00abdiplomorphe\u00bb. Er versteht darunter die Arten, die nach Alter oder unter verschiedenen Bedingungen in einen anderen Rhizomtyp wechseln k\u00f6nnen \u2013 aber ausschlie\u00dflich bei den leptomorphen Rhizomen.<\/p>\n<p>48 DEMOLY, J.-P., L\u2019architecture du rhizome des bambous, Bambou, November 1996, Nr. 23, Seiten 8-17. Diese Studie beschreibt sieben Rhizomtypen.<\/p>\n<p>49 Botanical Magazine of Tokio, Ausgabe XV, Tokyo, 1901, Seiten 68-70<\/p>\n<p>50 Man bemerke, dass die Beif\u00fcgung zum Grundbegriff B. edulis von Jean Houzeau de Lehaie f\u00fcr g\u00fcltig erkl\u00e4rt wurde und seine Umbenennung Ph. e. anerkannt wurde in der Nomenklatur von J.-P. Demoly. Cf. Bambous en France, 1996, p. 34.<\/p>\n<p>51 Le bambou, Bulletin p\u00e9riodique, Nr. 1, 15. Januar 1906, Seiten 7,8<\/p>\n<p>52 HOUZEAU de LEHAIE, Jean., \u201eExcursion du 13 juillet 1922\u201c, Bulletin des Naturalistes de Mons et du Borinage, Ausgabe IV, Juli, August, September 1922, Seite 76.<\/p>\n<p>53 HOUZEAU de LEHAIE, Jean., La culture des Bambous dans le sud-ouest de la France, Bulletin de la Soci\u00e9t\u00e9 Dendrologique de France, Nr. 14, 15. November 1909, Seite 238<\/p>\n<p>54 Ebenda, Seiten 233-265<\/p>\n<p>55 HOUZEAU de LEHAIE, Jean., La culture des bambous en France, premiers r\u00e9sultats de notre appel aux dendrologues, Bulletin de la Soci\u00e9t\u00e9 Dendrologique de France, Nr. 16, 15. Mai 1910, Seiten 63-69<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: Jacques Chaplain \u22c5 Teil 3 Um diesen Beitrag gut zu verstehen, ist es n\u00f6tig, seine Arbeiten im Zusammenhang mit der Entwicklung der botanischen Erkenntnisse \u00fcber Bambusse zu sehen. Die meisten seiner Studien wurden zwischen 1906 und 1922 ver\u00f6ffentlicht. Vor dieser Periode und seitdem sich J. Houzeau f\u00fcr die Bambusse interessiert (1883), werden wenig wirklich &hellip; <a href=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/bambus-kultur\/geschichte-der-einfuehrung-des-bambus-in-europa\/der-beitrag-von-jean-houzeau-de-lehaie-zu-botanischen-studien-ueber-bambus\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Der Beitrag von Jean Houzeau de Lehaie zu botanischen Studien \u00fcber Bambus<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"parent":2159,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"iawp_total_views":92,"footnotes":""},"class_list":["post-2177","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2177"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2213,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2177\/revisions\/2213"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2159"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}