{"id":2890,"date":"2020-08-24T15:00:00","date_gmt":"2020-08-24T13:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/?page_id=2890"},"modified":"2020-09-04T11:46:02","modified_gmt":"2020-09-04T09:46:02","slug":"borinda","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/arten-und-sorten\/borinda\/","title":{"rendered":"Borinda"},"content":{"rendered":"<p>Der Name der Gattung <em>Borinda<\/em> entspricht einem zusammengesetzten Kunstwort. Der erste Teil des Namens geht auf den Botaniker Norman Loftus Bor (1893-1972) zur\u00fcck, der zweite Teil ergibt sich aus dem Wort Indien (engl. India). Bor beschrieb zu Ehren von F. A. McClure im Jahr 1954 die Art Arundinaria macclureana. Diese wurde 1994 von Stapleton als Typus-Art <em>Borinda macclureana<\/em> der Gattung <em>Borinda<\/em> neu beschrieben. Dieser neu geschaffenen Gattung wurden auch einige Vertreter der Gattung <em>Fargesia<\/em> zugeschrieben (Stapleton, EDINB. J. BOT. 51(2): 275\u2013295 (1994)). Die Gattungen <em>Fargesia<\/em> und <em>Borinda<\/em> unterscheiden sich sowohl in ihrem Verbreitungsgebiet (w\u00e4hrend <em>Fargesia<\/em> haupts\u00e4chlich in Zentral-China verbreitet ist, hat <em>Borinda<\/em> ihren Verbreitungsschwerpunkt im Himalaya, in Tibet, Burma, Yunnan und Vietnam) als auch in einigen morphologischen Merkmalen (<em>Borinda<\/em> Arten besitzen deutlich d\u00fcnnere und weichere Bl\u00e4tter als <em>Fargesia<\/em>). In j\u00fcngster Zeit wurde die taxonomische Zuordnung von <em>Borinda<\/em> erneut diskutiert. Da die Bl\u00fctenmorphologie der <em>Borinda<\/em>-Arten eher der der Gattung <em>Yushania<\/em> entspricht wurde vorgeschlagen, die Gattung <em>Borinda<\/em> zu <em>Yushania<\/em> zu stellen. Allerdings besitzen alle <em>Yushania<\/em>-Arten &#8211; im Gegensatz zu <em>Borinda<\/em> &#8211; sehr lange Rhizomh\u00e4lse (&gt;25cm und &lt;200cm), was gegen eine Zuordnung zu <em>Yushania<\/em> spricht. Die oben erw\u00e4hnten zwar sehr eleganten aber weicheren Bl\u00e4tter sind bereits ein erster Hinweis auf die im Vergleich zu <em>Fargesia<\/em> geringere Winterh\u00e4rte von<em> Borinda.<\/em> Obwohl <em>Borinda<\/em>-Arten in der Regel eine gewisse Winterh\u00e4rte aufweisen, d\u00fcrften sie in der Summe deutlich weniger winterhart sein als <em>Fargesia<\/em>. Allerdings liegen f\u00fcr Mitteleuropa noch fast keine Erfahrungswerte vor, so dass hier noch viel Pionierarbeit zu leisten ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es in der Gattung <em>Borinda<\/em> einige laubwerfende Arten gibt (z.B. <em>Borinda frigidorum<\/em>), die gr\u00f6\u00dfere Winterh\u00e4rte zu besitzen scheinen als die immergr\u00fcnen Vertreter der Gattung. Abschlie\u00dfend ist zu bemerken, dass die Gattung <em>Borinda<\/em> botanisch (noch) nicht voll anerkannt ist. In der aktuellen Flora of China (Vol. 22, MBG Press, 2006), an der auch Stapleton beteiligt war, sind alle <em>Borind<\/em>a-Arten noch immer unter <em>Fargesia<\/em> zu finden. Auch steht zu erwarten, dass einige Arten der Gattungen <em>Yushania, Fargesia, Thamnocalamus<\/em> und <em>Borinda<\/em> zuk\u00fcnftig &#8211; aufgrund genauerer Untersuchungen &#8211; erneut die Gattung wechseln werden. \u00a9 Steffen Greiner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Name der Gattung Borinda entspricht einem zusammengesetzten Kunstwort. Der erste Teil des Namens geht auf den Botaniker Norman Loftus Bor (1893-1972) zur\u00fcck, der zweite Teil ergibt sich aus dem Wort Indien (engl. India). Bor beschrieb zu Ehren von F. A. McClure im Jahr 1954 die Art Arundinaria macclureana. 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