{"id":2896,"date":"2020-08-24T15:02:17","date_gmt":"2020-08-24T13:02:17","guid":{"rendered":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/?page_id=2896"},"modified":"2020-09-08T21:59:04","modified_gmt":"2020-09-08T19:59:04","slug":"fargesia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/arten-und-sorten\/fargesia\/","title":{"rendered":"Fargesia"},"content":{"rendered":"<p>Die Gattung <em>Fargesia<\/em> wurde von dem Franzosen Adrien Ren\u00e9 Franchet (1834-1900) bereits 1893 beschrieben. Der damalige Gattungstypus der Gattung <em>Fargesia spathacea<\/em> &#8211; welche auch viele Jahrzehnte einzige Art der Gattung blieb &#8211; wurde unterdessen zu <em>Thamnocalamus<\/em> gestellt, <em>Thamnocalamus spathaceus<\/em> (J. Bamboo Res. 1: 5, 1981). Der \u00fcberwiegende Teil der mittlerweile \u00fcber 100 Arten wurde erst in den letzten 20 Jahren beschrieben. Die meisten Arten stammen aus China (mindestens 77 endemische Arten) wobei der Verbreitungsschwerpunkt in Zentral-China (Bergregionen) liegt. Die Arten aus den h\u00f6heren Bergregionen geh\u00f6ren zu den winterh\u00e4rtesten Bambussen \u00fcberhaupt, auch wenn diese durch ihre Neigung zum Blattrollen bei K\u00e4lte und Trockenheit (Verdunstungsschutz) oft nicht zu den attraktivsten Bambussen im Winter geh\u00f6ren. <em>Fargesia<\/em> zeichnet sich durch eine pachymorphe Rhizomstruktur aus, die Pflanzen wachsen also horstig, bilden keine Ausl\u00e4ufer und die Halme stehen meist dicht beisammen. Die buschigen Pflanzen haben relativ d\u00fcnne Halme und erreichen meist H\u00f6hen von 1-5 m, wobei einzelne, in der Regel weniger winterharte Arten, am Naturstandort bis 5 cm dicke Halme und \u00fcber 10 m H\u00f6he erreichen k\u00f6nnen. <em>Fargesia<\/em> haben verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleine Bl\u00e4tter, dauerhaft anhaftende Halmscheiden und voll ausgereifte Halme meist zwischen 7 und 15 Seitenzweige pro Knoten. <em>Fargesia<\/em> sind monocarp, d.h. nach der Bl\u00fcte und dem Samenansatz sterben die Pflanzen ab, eine Eigenschaft die unter den mehrj\u00e4hrigen Pflanzen nicht weit verbreitet ist, aber in der Gruppe der pachymorphen Bambusse h\u00e4ufig vorkommt. Der Bl\u00fchzyklus ist dabei aber sehr lang. Die Kultivare von <em>Fargesia nitida<\/em> beispielsweise sind aus Samen hervorgegangen die 1886 w\u00e4hrend der Bl\u00fcte im chinesischen S\u00fcdgansu von Berezovski gesammelt wurden. Fast alle dieser Kultivare stehen derzeit in Bl\u00fcte, der Bl\u00fchzyklus betr\u00e4gt also ziemlich genau 120 Jahre. <em>Fargesia<\/em> ist eng mit den Gattungen <em>Yushania, Borinda<\/em> und <em>Thamnocalamus<\/em> verwandt. Allerdings haben <em>Yushania<\/em>-Arten viel l\u00e4ngere Rhizomh\u00e4lse (&gt;25 cm und &lt;200 cm), was trotz pachymorpher Rhizomstruktur zu gro\u00dfen Halmabst\u00e4nden f\u00fchrt. <em>Fargesia<\/em> und <em>Borinda<\/em> unterscheiden sich sowohl in ihrem Verbreitungsgebiet (<em>Borinda<\/em> hat den Verbreitungsschwerpunkt im Himalaya, in Tibet, Burma, Yunnan und Vietnam) als auch in morphologischen Merkmalen wie den deutlich d\u00fcnneren und weicheren Bl\u00e4ttern bei <em>Borinda<\/em>. Die Unterschiede zu <em>Thamnocalamus<\/em> schlie\u00dflich liegen eher in der Morphologie der Verzweigung und auf molekularer Ebene (Mol. Phylogen. Evol. 30, 1-12, 2004). Aktuelle Untersuchungen auf genomischer Ebene und zur Bl\u00fctenmorphologie der einzelnen Arten f\u00fchren immer wieder zur Verschiebung von Arten zwischen den 4 hier genannten Gattungen. \u00a9 Steffen Greiner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gattung Fargesia wurde von dem Franzosen Adrien Ren\u00e9 Franchet (1834-1900) bereits 1893 beschrieben. Der damalige Gattungstypus der Gattung Fargesia spathacea &#8211; welche auch viele Jahrzehnte einzige Art der Gattung blieb &#8211; wurde unterdessen zu Thamnocalamus gestellt, Thamnocalamus spathaceus (J. Bamboo Res. 1: 5, 1981). 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