{"id":3886,"date":"2020-12-11T21:14:45","date_gmt":"2020-12-11T20:14:45","guid":{"rendered":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/?page_id=3886"},"modified":"2020-12-11T21:55:44","modified_gmt":"2020-12-11T20:55:44","slug":"der-asiatische-bambusbockkaefer-chlorophorus-annularis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/bambus-kultur\/schaedlinge\/der-asiatische-bambusbockkaefer-chlorophorus-annularis\/","title":{"rendered":"Der asiatische Bambusbockk\u00e4fer (Chlorophorus annularis)"},"content":{"rendered":"<p>Der Bambusbockk\u00e4fer Chlorophorus annularis &#8211; eine m\u00f6gliche Bereicherung f\u00fcr die heimische Tierwelt?<\/p>\n<p><a class=\"embeddedAttachmentLink jsImageViewerEnabled\" title=\"Bambusbockkaefer_Creative_Commons_2.0_Wilson_Kwo.jpg\" href=\"https:\/\/oldforum.bambus-deutschland.de\/index.php\/Attachment\/5896-Bambusbockkaefer-Creative-Commons-2-0-Wilson-Kwo-jpg\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldforum.bambus-deutschland.de\/index.php\/Attachment\/5896-Bambusbockkaefer-Creative-Commons-2-0-Wilson-Kwo-jpg\/?thumbnail=1\" alt=\"\" \/><\/a><br \/>\nFoto: Wilson Kwo (<a class=\"externalURL\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/wilsonkwo\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">flickr.com\/photos\/wilsonkwo\/<\/a>) | Creative Commons 2.0<\/p>\n<p>Durch die enorme Zunahme des Reiseverkehrs und des Handels mit \u00fcberseeischen L\u00e4ndern kommt es zu einer vermehrten Verschleppung von Insekten (22). So gibt es auch immer wieder Berichte, dass der Bambusbockk\u00e4fer <i>Chlorophorus annularis<\/i> mit dem Handel von Bambusartikeln aus seiner Heimat S\u00fcdostasien in andere Regionen verschleppt wird (6)(22)(25). Bambusm\u00f6bel, Musikinstrumente aus Bambus, St\u00fctzst\u00e4be f\u00fcr Pflanzen, kurz, alles aus rohem Bambus ist diesem K\u00e4fer aus der Familie der <i>Cerambycidae<\/i> (Bockk\u00e4fer) recht, um unentdeckt als blinder Passagier von Asien in alle Teile der Welt zu gelangen und in klimatisch g\u00fcnstigen Gebieten sein Zerst\u00f6rungswerk zu verrichten. In manchen Regionen richtet er noch mehr Sch\u00e4den an als die gef\u00fcrchteten Bambusbohrer aus der Gattung Dinoderus (2). Dabei gilt er in seiner Heimat nicht einmal als besonders schlimmer Sch\u00e4dling (21). Das mag daran liegen, dass er mit <i>Zombrus bicolor <\/i>einen nat\u00fcrlichen Feind hat (1). Diese Brackwespe legt ihre Eier in die Larven von holzfressenden K\u00e4fern. Die Brackwespenlarve entwickelt sich im Inneren der weiterlebenden und weiterwachsenden K\u00e4ferlarve, welche erst stirbt, wenn die Brackwespenlarve ihren Wirt zur Verpuppung verl\u00e4sst. Ein erstes Exemplar dieser Brackwespe hat man \u00fcbrigens auch schon in Westeuropa entdeckt. Es wurde 2012 in einem Weinberg in der Toskana gefunden (3). Man darf annehmen, dass Parasitoide wie die Brackwespe <i>Zombrus bicolor<\/i> ihre Weltreise im Inneren von befallenen K\u00e4ferlarven antreten.<br \/>\nIn importierten chinesischen Bambusrohren f\u00fcr den Gartenbedarf hat man in den USA neben dem Bambusbockk\u00e4fer noch 25 weitere quarant\u00e4nerelevante Insektenarten gefunden. Drei F\u00fcnftel davon waren Bockk\u00e4fer aus neun verschiedenen Gattungen (5). Es empfiehlt sich eine Abt\u00f6tung der Larven in befallenem importiertem Bambusrohr durch Begasung oder Hitzebehandlung (22). G\u00e4ngige Praxis ist, Frachtcontainer mit Methylbromid zu begasen, um die unerw\u00fcnschte Ausbreitung von Bambusbockk\u00e4fern und anderen Schadinsekten durch den Import von Bambuswaren zu verhindern (5). Da Methylbromid sch\u00e4dlich f\u00fcr die Ozonschicht ist, sucht man in der Begasung mit Sulfurylfluorid eine Alternative (1). <i>Chlorophorus annularis<\/i> befindet sich jedoch nicht auf der Liste der Schadorganismen, welche nicht in die Mitgliedsstaaten der Europ\u00e4ischen Union eingef\u00fchrt werden d\u00fcrfen (17).<\/p>\n<p>Im englischen Sprachgebrauch hei\u00dft <i>Chlorophorus annularis<\/i> \u201ebamboo longhorn beetle\u201c oder \u2013 wegen seiner schwarzgelben Musterung \u2013 \u201ebamboo tiger longicorn\u201c, und in Brasilien wird er als \u201etigre do bambu\u201c bezeichnet. Die deutsche Entsprechung w\u00e4re also \u201eBambus-Tiger\u201c oder \u2013 etwas weniger dramatisch \u2013 \u201eBambus-Bockk\u00e4fer\u201c. Die Bezeichnung \u201eBambusbohrer\u201c sollte man f\u00fcr <i>Chlorophorus annularis<\/i> nicht verwenden, da sie schon f\u00fcr die Arten der Gattung <i>Dinoderus<\/i> benutzt wird.<br \/>\nDer Bambus-Bockk\u00e4fer ist auch vom Laien vergleichsweise leicht zu erkennen. So hei\u00dft es in einem Bestimmungsbuch: Halsschild und Fl\u00fcgeldecken zum gr\u00f6\u00dften Teil gelb behaart, so dass die schwarze Grundfarbe nur als Zeichnung erscheint. Charakteristisch ist die an ein umgekehrtes Y erinnernde schwarze Zeichnung auf der Halsschildmitte (4). Daneben befindet sich jederseits ein vom Vorderrand des Halsschildes schr\u00e4g nach hinten und au\u00dfen ziehender schwarzer L\u00e4ngsfleck(25). Die schwarze Zeichnung der Fl\u00fcgeldecken besteht aus einem mittleren, an einen zweiseitigen Haken erinnernden Teil, der seitlich von je einem nach au\u00dfen offenen Bogen flankiert wird, und einer nur an der Naht unterbrochenen schwarzen Querbinde vor den Spitzen. K\u00f6rperl\u00e4nge 10-15 mm (4).<br \/>\nDer durch seine scharfe Zeichnung aus Gelb und Schwarz \u00e4u\u00dferst auffallende Bambusbockk\u00e4fer sieht in der Natur einer Wespe nicht un\u00e4hnlich. Dieser Eindruck wird noch durch das Verhalten verst\u00e4rkt. Er schw\u00e4rmt geradezu um manche B\u00fcsche und zeigt ein auffallendes Gebaren (23). Man deutet eine solche Nachahmung der auff\u00e4lligen Warntracht einer wehrhaften Tierart (hier: Wespe) durch eine wehrlose Tierart (hier: K\u00e4fer) als eine Nachahmung, die dem Schutz vor Feinden dient (23).<br \/>\nEin aufmerksamer Beobachter, der die R\u00fcckenzeichnung des K\u00e4fers genau analysiert, wird <i>Chlorophorus annularis<\/i> nicht mit unseren einheimischen wespen\u00e4hnlichen Bockk\u00e4ferarten verwechseln. Unter den zahlreichen \u00fcberseeischen Verwandten aus der Gattung <i>Chlorophorus<\/i> (27) gibt es jedoch einige Verwechselungsarten.<\/p>\n<p>Die Weibchen von <i>Chlorophorus annularis<\/i> legen ihre Gruppen von 10-30 rundlich ovalen Eiern (5) gerne an frisch geschlagenem Bambus ab, und zwar an den Verwundungen, die durch das<br \/>\nSchlagen und Entasten entstehen (13). Die Junglarven fressen zun\u00e4chst im Bereich der Knoten und im Septum (Scheidewand) (13). Es ist denkbar, dass dieses Verhalten ein Abwehrmechanismus der Junglarven gegen Parasitoide wie <i>Zombrus bicolor<\/i> und die mit den Brackwespen nahe verwandten Schlupfwespen ist. Vom Knotenbereich fressen sich die Larven in L\u00e4ngsrichtung durch die Bambuswand, wobei der unregelm\u00e4\u00dfige Fra\u00dfgang \u00fcber die benachbarten Knoten hinaus gehen kann (25). Die jetzt gr\u00f6\u00dferen Larven k\u00f6nnen dann \u2013 wie ein Beispiel aus S\u00fcdbrasilien zeigt \u2013 zur Beute von Spechten werden, welche haupts\u00e4chlich in der Mitte der Interludien die Bambuswand aufhacken (13). Die Spechte klopfen den Bambushalm ab und k\u00f6nnen so die Larven in ihren Hohlr\u00e4umen unter der glatten Oberfl\u00e4che orten. Die Larven fressen sich durch die Bambuswand, ohne die Oberfl\u00e4che oder die innere Terminalschicht zu durchbrechen, wobei sie dicht mit Fra\u00dfmehl gef\u00fcllte G\u00e4nge hinterlassen (13)(25). In einem Fall hat man 80 Larven in einem 1 m langen Bambusrohr gefunden (1). So wird im Verborgenen die Bambuswand pulverisiert, und ganze Bambuskonstruktionen k\u00f6nnen zusammenbrechen (2).<br \/>\nEs gibt 5 Larvenstadien, und die ausgewachsene Larve zeigt eine L\u00e4nge von 14,7-20,8 cm5. Die Larven verpuppen sich dicht unter der Oberfl\u00e4che des Bambushalmes in einer entsprechend ausgesagten Puppenwiege (25), und erst wenn der K\u00e4fer schl\u00fcpft, wird an der Oberfl\u00e4che des Bambushalms ein ausgefranstes (1), rundlich ovales Loch von etwa 5 mm sichtbar (13). Der Nachweis des Befalls ist also im Vergleich zum Bambusbohrer <i>Dinoderus<\/i> schwieriger, falls nicht bereits Schlupfl\u00f6cher vorhanden sind (25).<br \/>\nDie K\u00e4fer schl\u00fcpfen auf der Nordhalbkugel von Mai bis September. In geheizten R\u00e4umen des Einschleppungsortes trifft man sie auch schon im Februar und M\u00e4rz (25). Die K\u00e4fer haben in China ein oder zwei Generationen pro Jahr. In den k\u00fchleren Regionen Chinas schl\u00fcpft in der Regel nur eine Generation, und der K\u00e4fer \u00fcberwintert dann als reife Larve (1). Unter ung\u00fcnstigen Bedingungen wie niedrigen Temperaturen oder gro\u00dfer Trockenheit k\u00f6nnen die Larven aber auch f\u00fcr mehrere Jahre im Bambushalm leben (5)(10).<br \/>\nEs gibt Bockk\u00e4ferarten, die als geschl\u00fcpfte K\u00e4fer keine Nahrung mehr aufnehmen. Bei ihnen entstehen die Geschlechtszellen bereits im Puppenstadium. Bei den meisten Bockk\u00e4ferarten zeigen die erwachsenen Tiere jedoch einen sogenannten Reifungsfra\u00df, der notwendig ist, damit die Geschlechtszellen reifen k\u00f6nnen. Dabei geht es um stickstoffreiche Nahrung, wie zum Beispiel Bl\u00fctenpollen, welche die extrem stickstoffarme Kost der holzfressenden Larven ausgleichen soll (24)(26). In der hier gesichteten Literatur zu <i>Chlorophorus annularis<\/i> gibt es keinen Hinweis auf einen solchen Reifungsfra\u00df.<br \/>\nW\u00e4hrend es in Deutschland h\u00e4ufig nur um geplatzte Gartentr\u00e4ume nach einem strengen Winter geht, steht in anderen L\u00e4ndern sehr viel mehr auf dem Spiel. Bambus wird als leicht verf\u00fcgbarer Rohstoff von \u00fcber einer Milliarde Menschen genutzt (15), und in vielen L\u00e4ndern setzt man gro\u00dfe Hoffnungen auf Bambus als umweltvertr\u00e4glichen Baustoff und als Mittel zur Armutsbek\u00e4mpfung (2)(14).<\/p>\n<p>F\u00fcr den Befall mit <i>Chlorophorus annularis<\/i> scheint es ein kritisches Zeitfenster zwischen Holzeinschlag und Impr\u00e4gnierung der Halme mit Holzschutzmitteln zu geben (13). Als Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr diese sensible Phase wird empfohlen, keinen Bambusabfall herumliegen zu lassen und die gef\u00e4llten Halme nicht \u2013 wie es vielfach \u00fcblich ist \u2013 f\u00fcr eine Weile senkrecht im Bambusbestand stehen zu lassen. Nach M\u00f6glichkeit sollen geschlossene R\u00e4ume zur Lagerung verwendet werden. Man kann auch B\u00fcndel von Bambushalmen mit aufgetrennten Jutes\u00e4cken einwickeln oder die Halme mit einer Mischung aus Diesel\u00f6l und 1 % Cypermethrin einspr\u00fchen und die Knoten, die Halmenden und die Verletzungen, die durch das Entasten entstanden sind, zus\u00e4tzlich mit dieser Mischung bepinseln. Nach einer Hitzebehandlung sollen die Halme auch nicht mehr so anf\u00e4llig f\u00fcr einen Befall durch den Bambusbockk\u00e4fer sein (2)(13). Im Gegensatz zu <i>Dinoderus<\/i> und anderen K\u00e4fern, die im Bambusholz leben, soll sich <i>Chlorophorus annularis<\/i> prinzipiell auch in gef\u00e4llten Halmen entwickeln k\u00f6nnen, die f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit unter Wasser gelagert wurden. Versuche zur Anf\u00e4lligkeit verschiedener <i>Bambusa<\/i>&#8211; und <i>Dendrocalamus<\/i>-Arten zeigten nach einer W\u00e4sserung jedoch nur bei <i>Dendrocalamus hamiltonii<\/i> einen Befall durch den Bambusbockk\u00e4fer und nach einer Tauchzeit von 10 Wochen und l\u00e4nger trat auch hier kein Befall mehr auf (21). Ein Anstrich aus Kreosot und Mineral\u00f6l bietet einen vor\u00fcbergehenden Schutz (21). Wenn man das Bambusholz impr\u00e4gniert, indem<\/p>\n<p><a class=\"embeddedAttachmentLink jsImageViewerEnabled\" title=\"Bambusbockkaefer_Creative_Commons_3.0_Photo by Steven A. Valley, Oregon Department of Agriculture.jpg\" href=\"https:\/\/oldforum.bambus-deutschland.de\/index.php\/Attachment\/5897-Bambusbockkaefer-Creative-Commons-3-0-Photo-by-Steven-A-Valley-Oregon-Department\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldforum.bambus-deutschland.de\/index.php\/Attachment\/5897-Bambusbockkaefer-Creative-Commons-3-0-Photo-by-Steven-A-Valley-Oregon-Department\/?thumbnail=1\" alt=\"\" \/><\/a><br \/>\nFoto: Steven A. Valley, Oregon Appartment of Agriculture | Creative Commons 3.0<\/p>\n<p>man ein kleines Loch in jedes Internodium bohrt und Kreosot und Mineral\u00f6l durch diese Bohrl\u00f6cher in das Innere des Bambushalmes f\u00fcllt, ergibt sich ein jahrelanger Schutz (25). Diese Impr\u00e4gnierung ist wegen ihrer Giftigkeit und ihres Geruchs sicherlich nur f\u00fcr den Au\u00dfenbereich \u2013 zum Beispiel bei Telegraphenstangen \u2013 denkbar. Au\u00dferdem sei hier an die erh\u00f6hte Brandgefahr erinnert. Auch eine Impr\u00e4gnierung mit anderen Holzschutzmitteln beugt dem Befall vor. Es scheint noch nicht ganz klar zu sein, ob die Produkte, die bei der Impr\u00e4gnierung der Halme gegen andere Insekten \u00fcblich sind, auch bei <i>Chlorophorus annularis<\/i> wirken, oder ob nur die Konzentrationen dieser Produkte f\u00fcr diese K\u00e4ferart zu gering sind (2). Es ist auch nicht auszuschlie\u00dfen, dass in manchen F\u00e4llen die Impr\u00e4gnierung der Bambushalme unsachgem\u00e4\u00df durchgef\u00fchrt wurde (2).<br \/>\nEs besteht die M\u00f6glichkeit, dass die Probleme, welche der Bambusbockk\u00e4fer in seinen Einwanderungsgebieten bereitet, ohne weiteres Zutun des Menschen von der Natur bereinigt werden. Es ist n\u00e4mlich durchaus nicht ungew\u00f6hnlich, dass es eine gewisse Zeit nach der Einwanderung eines Neozoons zu einer Massenvermehrung kommt, welche anschlie\u00dfend durch Ressourcenverknappung, Konkurrenz, Parasiten oder Krankheiten reguliert wird (16).<\/p>\n<p>In Deutschland werden seit Mitte des 20. Jahrhundert immer wieder Funde von <i>Chlorophorus annularis<\/i> bekannt (6)(19)(25). So schl\u00fcpfte beispielsweise in Roth\/Westerwald ein P\u00e4rchen<br \/>\naus einem Musikinstrument, und bei einem Fund in Hildesheim erfolgte die Entwicklung der K\u00e4fer in einem Blumenst\u00e4nder aus Bambusst\u00e4ben, die dicht unter der Oberfl\u00e4che ausgefressen und mit Fra\u00dfmehl gef\u00fcllt waren (25). Wenn man also des Nachts in seinem Bettgestell aus unbehandelten Bambusrohren ein leises Ticken h\u00f6rt, dann kann es sich durchaus um Larven des Bambusbockk\u00e4fers handeln. Man kann ihre Fra\u00dft\u00e4tigkeit n\u00e4mlich h\u00f6ren (13).<br \/>\nKann der h\u00fcbsche K\u00e4fer also zu einer Bereicherung der heimischen Tierwelt werden, oder wird er gar zu einer Plage in deutschen Bambusg\u00e4rten? Es ist nicht m\u00f6glich, zu solchen Fragen eine exakte Prognose abzugeben (16), aber um das Potential des Bambusbockk\u00e4fers als Neozoon einzusch\u00e4tzen, d\u00fcrften unter anderem die Temperaturtoleranz und das Nahrungsspektrum des K\u00e4fers eine wichtige Rolle spielen. <i>Chlorophorus annularis<\/i> ist in S\u00fcdostasien weit verbreitet, und in Ostasien kommt er auch in den gem\u00e4\u00dfigten Klimaten vor (25). In China ist er in den s\u00fcdlichen Provinzen Zhejiang, Fujian und Guangdong ein Sch\u00e4dling an Bambus, aber auch f\u00fcr Nordostchina wird sein Vorkommen gemeldet (5). Sollte <i>Chlorophorus annularis<\/i> in klimatisch g\u00fcnstigen Regionen Deutschlands Fu\u00df fassen, dann lebte er dort vermutlich an der K\u00e4ltegrenze seines Verbreitungsgebietes.<\/p>\n<p>Die Vertreter der Gattung <i>Chlorophorus<\/i> geh\u00f6ren ganz allgemein zu den Bockk\u00e4ferarten, deren Larven in sehr unterschiedlichen Wirtspflanzen leben k\u00f6nnen (25). <i>Chlorophorus annularis<\/i> wird in erster Linie als typischer Frischholzsch\u00e4dling an Bambus auff\u00e4llig (2). Er soll jedoch auch an lebenden Bambushalmen (1) \u2013 m\u00f6glicherweise an verletzten oder geschw\u00e4chten Halmen \u2013 vorkommen. Au\u00dferdem werden Citruspflanzen (1)(6), Weinst\u00f6cke (1)(6), Apfelb\u00e4ume (6)(8), Amberb\u00e4ume (8), Teakb\u00e4ume (8) und Baumwollpflanzen (8) als Wirtspflanzen angeben. In einer anderen Quelle (7) findet sich sogar eine Liste mit 23 Futterpflanzen, darunter neben vielen Bambusarten und B\u00e4umen auch Zuckerrohr und Mais. Falls diese Angaben stimmen, h\u00e4tte <i>Chlorophorus annularis<\/i> also ein sehr weites Nahrungsspektrum. Die Grenze zwischen Monokotyledonen (Einkeimbl\u00e4ttrige Pflanzen) und den anderen Pflanzen w\u00fcrde \u00fcbersprungen, und lebendes Pflanzenmaterial w\u00fcrde ebenso befallen wie frisches Totholz. Damit w\u00e4re eine weitere Voraussetzung f\u00fcr eine Ansiedlung von <i>Chlorophorus annularis<\/i> in Deutschland gegeben. Besonders St\u00fctzst\u00e4be aus Bambus f\u00fcr G\u00e4rtnereien oder Baumschulen sollen wegen der r\u00e4umlichen N\u00e4he zu anderen Wirtspflanzen ein erh\u00f6htes Risiko darstellen (1)(5).<br \/>\nWenn die Angaben \u00fcber eine Entwicklung der Larven in Apfel oder Rebe, deren Ursprung und deren Zuverl\u00e4ssigkeit nicht gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen, richtig ist, w\u00e4re es erw\u00e4genswert, dass es sich um speziell an diese Wirtspflanzen angepasste Populationen handeln k\u00f6nnte (25), die bisher noch nicht nach Deutschland verschleppt wurden.<\/p>\n<p>Weitere Faktoren, die eine Ansiedlung von Neozoen beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen, sind eine \u201eunges\u00e4ttigte\u201c Fauna bzw. der \u201eSog\u201c freier \u00f6kologischer Nischen, St\u00f6rungen \u2013 z.B. infolge von Ver\u00e4nderung von \u00d6kosystemeigenschaften durch menschliche Einwirkung \u2013 und die \u00c4hnlichkeit der Bioz\u00f6nose (Lebensgemeinschaft) mit der des Herkunftsgebiets (16).<\/p>\n<p>In der 1322 Arten enthaltenden Tabelle der Neozoen-Datenbank Deutschlands (Stand: 27.3.2000) hat <i>Chlorophorus annularis<\/i> den Status \u201e(Noch) nicht etablierte Neozoen\u201c (18). Es gibt immer ein mehr oder weniger gro\u00dfes Zeitintervall zwischen Import und Entdeckung (16). Bei einem so auff\u00e4lligen Tier wie dem Bambusbockk\u00e4fer d\u00fcrfte dieses Zeitintervall eher klein sein. Eine Neubewertung des Status von <i>Chlorophorus annularis<\/i> k\u00f6nnte sich auch durch die Auffindung versteckter Information in der Literatur ergeben.<\/p>\n<p><a class=\"embeddedAttachmentLink jsImageViewerEnabled\" title=\"Bambusbockkaefer_Detail_Creative_Commons_3.0_ Photo by Seven A. Valley, Oregon Department of Agriculture.jpg\" href=\"https:\/\/oldforum.bambus-deutschland.de\/index.php\/Attachment\/5898-Bambusbockkaefer-Detail-Creative-Commons-3-0-Photo-by-Seven-A-Valley-Oregon-Depa\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldforum.bambus-deutschland.de\/index.php\/Attachment\/5898-Bambusbockkaefer-Detail-Creative-Commons-3-0-Photo-by-Seven-A-Valley-Oregon-Depa\/?thumbnail=1\" alt=\"\" \/><\/a><br \/>\nFoto: Steven A. Valley, Oregon Appartment of Agriculture | Creative Commons 3.0<\/p>\n<p>Auch im klimatisch w\u00e4rmeren Israel, wo einmal etwa 100 Exemplare des Bambusbockk\u00e4fers aus einem 2 m langen, fl\u00f6ten\u00e4hnlichen Musikinstrument aus Bambus geschl\u00fcpft sind, wurden bislang noch keine Tiere in Freilandpopulationen gefunden (10).<br \/>\nDie USA k\u00f6nnen wegen ihrer Vielfalt an Klimazonen ein Experimentierfeld f\u00fcr die Etablierung des Bambusbockk\u00e4fers und in Teilgebieten ein Modellfall f\u00fcr Deutschland sein. <i>Chlorophorus annularis<\/i> wird oft mit Bambusprodukten in die USA eingef\u00fchrt (7). Als beispielsweise im Jahr 2000 in Minnesota der K\u00e4fer in den Bambusrohren der Filiale einer bekannten Baumarktkette aufgefunden wurde, wurde die Herkunft bis zum Zulieferer zur\u00fcckverfolgt. In der Folge wurden weitere Lieferungen in andere Bundesstaaten aufgesp\u00fcrt und zerst\u00f6rt (7). In den festl\u00e4ndischen Staaten der USA gilt <i>Chlorophorus annularis<\/i> als nicht etabliert (7). Allein auf Hawaii f\u00fchren Freilandpopulationen zu Sch\u00e4den an Bambus (2)(25).<\/p>\n<p>Ungepflegte oder gar wilde Bambusbest\u00e4nde mit reichlich absterbenden oder toten Halmen, welche eine Ansiedlung des Bambusbockk\u00e4fers beg\u00fcnstigen w\u00fcrden, sind in Deutschland eine Ausnahme. Bambus wird in Deutschland fast ausschlie\u00dflich als Zierpflanze gehalten, und die Produktion von Bambushalmen spielt keine nennenswerte Rolle. Bambusliebhaber sollten sich also zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Sorgen machen, dass Bambusbockk\u00e4fer zu ernsthaften Sch\u00e4den \u2013 wie beispielsweise durch die ebenfalls aus Asien eingeschleppten Bambusmilben (9) \u2013 an den Bambusbest\u00e4nden f\u00fchren k\u00f6nnten.<br \/>\nEs gibt die Warnung, dass <i>Chlorophorus annularis<\/i> eine Gefahr f\u00fcr ethnographische Sammlungen darstellt. Ein Fallbeispiel wird jedoch nicht genannt (11)(20). Von anderen als Larven eingeschleppten Bockk\u00e4ferarten wei\u00df man, dass sie nach dem Schl\u00fcpfen keinen weiteren Schaden anrichten, weil das st\u00e4rker ausgetrocknete Holz f\u00fcr sie zum Aufbau einer neuen Generation ungeeignet geworden ist (19). Es kann aber auch vorkommen, dass sie unter besonderen Umst\u00e4nden noch eine oder mehr Generationen im verbauten Holz ausbilden k\u00f6nnen (19). Wenn mit \u201ebesonderen Umst\u00e4nden\u201c eine gewisse Feuchtigkeit gemeint ist, dann d\u00fcrften diese Bedingungen in einer ethnographischen Sammlung wohl kaum gegeben sein. In Japan, Indien und auf den Sundainseln hat der K\u00e4fer wiederholt gro\u00dfe Sch\u00e4den an Dachst\u00fchlen, Mobiliar und Telegraphenstangen verursacht. H\u00e4ufig ist der Befall schon im Freien erfolgt. Die Entwicklung l\u00e4uft dann in dem verbauten Material weiter (25).<\/p>\n<p><strong>Autor: Raimund D\u00fcking<\/strong><\/p>\n<p><strong>Quellenangaben:<\/strong><\/p>\n<p>(1) DAOJIAN YU, ALAN V. BARAK, YI JIAO, ZHINAN CHEN, GUIMING ZHANG, ZHILIN CHEN, LIN KANG, and WEIDONG YANG: Sulfuryl Fluoride as a Quarantine Treatment for Chlorophorus annularis (Coleoptera: Cerambycidae) in Chinese Bamboo Poles. J. Econ. Entomol. 103(2): 277-283 (2010)<br \/>\n(2) Unver\u00f6ffentliche Berichte aus Internetforen.<br \/>\n(3) Loni, A., Hart, R. S., Lucchi, A.: First record of Zombrus bicolor (Enderlein) (Hymenoptera, Braconidae, Doryctinae) in Western Europe. ZooKeys 219: 87\u201391 (2012)<br \/>\n(4) SELLENSCHLO, U. und WEIDNER, H.: Vorratssch\u00e4dlinge und Hausungeziefer: Bestimmungstabellen f\u00fcr Mitteleuropa. 7. Aufl., Heidelberg 2010<br \/>\n(5) ALAN V. BARAK, YANG WEIDONG, YU DAOJIAN, JIAO YI, KANG LIN, CHEN ZHILIN, LING XINGYUAN, and ZHAN GUOPING: Methyl Bromide as a Quarantine Treatment for Chlorophorus annularis (Coleoptera: Cerambycidae) in Raw Bamboo Poles. J. Econ. Entomol. 102(3): 913-920 (2009)<br \/>\n(6) STOCK, K.: Chlorophorus annularis F., 1787 (Col., Cerambycidae) &#8211; auch im Rheinland importiert. Mitt. Arb.gem. Rhein. Koleopterologen (Bonn) 11 (3), 2001, 139-140<br \/>\n(7) NPAG Data: Chlorophorus annularis Bamboo Longhorn Beetle. August 2000, <a class=\"externalURL\" href=\"http:\/\/www\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">www<\/a>. pestalert.org\/storage\/Colcerca800.pdf<br \/>\n(8) Wang Haojie, R.V. Varma, Xu Tiansen: Insect Pests of Bamboos in Asia: An Illustrated Manual. International Network for Bamboo and Rattan, 1998<br \/>\n(9) GREINER, S.: Bambusmilben werden zunehmend zum Problem. Bambus Journal, Ausgabe 1 \/ 2006, 17. Jahrgang, S. 13-15<br \/>\n(10) FRIEDMANN, A.L.L. et al: Note: Five New Invasive Species of Longhorn Beetles (Coleoptera: Cerambycidae) in Israel. Phytoparasitica 36 (3): 242-246, 2008<br \/>\n(11) CYMOREK, S.: Verbreitung verschiedener, weniger schadensintensiver Bockk\u00e4fer. in: Symposium Holzschutz &#8211; Forschung und Praxis, S.37, 1984<br \/>\n(12) ORMSBY, M.D.: Hazards Associated with Different Forest Pest Pathways and Their Economic Impacts &#8211; Other Forest Products. Papers \u2013 Exotic Forest Pests Online Symposium<br \/>\n(13) <a class=\"externalURL\" href=\"http:\/\/agrobambu.blogspot.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">agrobambu.blogspot.de\/<\/a><br \/>\n(14) Lobovikov, M., LOU, Y., Sch\u00f6ne, D. and Widenoja, R.: The poor man\u2019s carbon sink. Bamboo in climate change and poverty alleviation. FAO Non-Wood Forest Products Working Document N\u00b0 8, 2009<br \/>\n(15) LIESE, W. und D\u00dcKING, R.: Bambus als CO2-Speicher? Naturwissenschaftliche Rundschau 62 (7):341-348, 2009<br \/>\n(16) KINZELBACH, R.: Neozoen \u2013 Bereicherung oder Bedrohung der biologischen Vielfalt? Fachtagung des NABU an der Technischen Universit\u00e4t Braunschweig, 2000<br \/>\n(17) Richtlinie 2000\/29\/EG des Rates vom 8. Mai 2000 \u00fcber Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse<br \/>\n(18) Kinzelbach, R., Geiter, O. und Homma, S.: Bestandsaufnahme und Bewertung von Neozoen in Deutschland Untersuchung der Wirkung von Biologie und Genetik ausgew\u00e4hlter Neozoen auf \u00d6kosysteme und Vergleich mit den potentiellen Effekten gentechnisch ver\u00e4nderter Organismen. 2001<br \/>\n(19) WEIDNER, H.: Nach Hamburg eingeschleppte Cerambycidae (Coleoptera). Anzeiger f\u00fcr Sch\u00e4dlingskunde, Pflanzenschutz, Umweltschutz, August 1982, Volume 55, Issue 8, pp 113-118<br \/>\n(20) Cymorek, S.: Insect pests in wooden objects and and antiques in Europe: 4. Cerambycidae. Holz-Zentralblatt 110(54):854, 1984<br \/>\n(21) GARDNER, J. C. M. A.: Note on the Insect Borers of Bamboos and their Control. Forest Bulletin. Forest Research Institute, Dehra Dun 1945<br \/>\n(22) WEIDNER, H.: Insektensch\u00e4den an Souvenirs aus fernen L\u00e4ndern. Anzeiger f\u00fcr Sch\u00e4dlingskunde, April 1967, Volume 40, pp 57-60<br \/>\n(23) JACOBI, A.: Mimikry und verwandte Erscheinungen. Braunschweig1913<br \/>\n(24) Edwards, J.S.: On the Reproduction of Prionoplus reticularis, with General Remarks on Reproduction in the Cerambycidae.<br \/>\n(25) SCHMIDT, G.: Ein Beitrag zum Vorkommen und zur Lebensweise des Bambusbohrers, Chlorophorus annularis F. (Col., Cerambycidae).Z. angew. Zool. 49 (1), 1962, S. 87-94<br \/>\n(26) HANKS, L.M.: Influence of the Larval Host Plant on Reproductive Strategies of Cerambycid Beetles. Annu. Rev. Entomol. 1999. 44:483\u2013505<br \/>\n(27) Bezark, Larry G.: A Photographic Catalog of the Cerambycidae of the World. <a class=\"externalURL\" href=\"http:\/\/plant\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">plant<\/a>.cdfa.ca.gov\/byciddb\/thumb.asp?g=Chlorophorus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bambusbockk\u00e4fer Chlorophorus annularis &#8211; eine m\u00f6gliche Bereicherung f\u00fcr die heimische Tierwelt? Foto: Wilson Kwo (flickr.com\/photos\/wilsonkwo\/) | Creative Commons 2.0 Durch die enorme Zunahme des Reiseverkehrs und des Handels mit \u00fcberseeischen L\u00e4ndern kommt es zu einer vermehrten Verschleppung von Insekten (22). So gibt es auch immer wieder Berichte, dass der Bambusbockk\u00e4fer Chlorophorus annularis mit dem &hellip; <a href=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/bambus-kultur\/schaedlinge\/der-asiatische-bambusbockkaefer-chlorophorus-annularis\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Der asiatische Bambusbockk\u00e4fer (Chlorophorus annularis)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"parent":3879,"menu_order":7,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"iawp_total_views":1371,"footnotes":""},"class_list":["post-3886","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3886","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3886"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3886\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3900,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3886\/revisions\/3900"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3879"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3886"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}