{"id":812,"date":"2017-01-14T19:22:42","date_gmt":"2017-01-14T18:22:42","guid":{"rendered":"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/?page_id=812"},"modified":"2019-05-27T15:57:03","modified_gmt":"2019-05-27T13:57:03","slug":"kuebelhaltung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/bambus-kultur\/kuebelhaltung\/","title":{"rendered":"K\u00fcbelhaltung"},"content":{"rendered":"<h1>Den wilden Bambus z\u00e4hmen<\/h1>\n<h4>von den Erfahrungen eines Raubtier-Dompteurs<\/h4>\n<p>Bambus ist gef\u00e4hrlich! Er erw\u00fcrgt alles mit seinen Rhizomen, bricht aus jedem K\u00e4fig aus und erobert ganze G\u00e4rten, sogar den des Nachbarn. Kann der Mensch sich ein so gef\u00e4hrliches Biest in seine unmittelbare N\u00e4he auf die Terrasse holen? Ja, behaupte ich &#8211; man kann ihn sogar im K\u00fcbel kultivieren!<\/p>\n<p>&#8222;K\u00fcbel ist \u00fcbel!&#8220; &#8211; so liest man regelm\u00e4\u00dfig in einem gewerblichen Bambus-Forum im Internet. Aber auch der Bambus-Shogun aus Baden-Baden wird demn\u00e4chst, sp\u00e4testens aber nach der Serienreife seines beheizbaren Pflanzk\u00fcbels, zum Verfechter der K\u00fcbelhaltung von Bambus werden, wetten?<\/p>\n<p>Aber warum auch nicht? Es ist gar nicht so schwierig, wie oft behauptet wird! Nat\u00fcrlich werde ich keinen 10-Meter-vivax mit 6 cm dicken Halmen im 20-Liter-Topf einsperren und auf der Terrasse pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen, aber es gibt andere reizvolle Varianten. Klar, ich muss mit dem Vorwurf der nicht artgerechten Haltung leben, aber ich bin nun mal leider kein Gro\u00df-Grundbesitzer mit riesigem Raubtiergehege und habe keine andere Wahl: will ich viele verschieden Bambusarten und -sorten kultivieren, muss ich jede (!) Nische ausnutzen. Die Rede soll hier aber nur von der Haltung drau\u00dfen, an der frischen Luft sein. Ins Wohnzimmer geh\u00f6rt ein Bambus meiner Meinung nach nicht, das wird auf Dauer nicht funktionieren.<br \/>\nDie Nachteile der K\u00fcbelhaltung sind bekannt und werden immer wieder lautstark propagiert: der Bambus wird im engen K\u00fcbel nie seine wirkliche Gr\u00f6\u00dfe erreichen &#8211; er ist anf\u00e4lliger f\u00fcr Frost und Trockenheit &#8211;\u00a0 und er wird irgendwann den K\u00fcbel sprengen. Aber ich sehe auch viele Vorteile der K\u00fcbelhaltung: Es ist damit m\u00f6glich, auf sehr engem Raum viele verschiedenen Arten und Sorten von Bambus zu kultivieren. Mit Bambus im K\u00fcbel kann ich auch wunderbar h\u00e4ssliche Hausecken versch\u00f6nern oder Fallrohre der Dachrinne verstecken. Im Sommer positioniere ich die K\u00fcbel so, dass ich den gew\u00fcnschten Sichtschutz auf der Terrasse erhalte und im Winter kaschiere ich mit sch\u00f6nem, gr\u00fcnen Bambuslaub den Ausblick aus dem Wohnzimmerfenster auf dann trostlose, kahle Geh\u00f6lze. Mobiles Gr\u00fcn ist das Stichwort!<\/p>\n<figure id=\"attachment_814\" aria-describedby=\"caption-attachment-814\" style=\"width: 306px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-814 size-full\" src=\"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Eric-Fandel.jpg\" width=\"306\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Eric-Fandel.jpg 306w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Eric-Fandel-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-814\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Eric Fandel<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber ich mag das gef\u00e4hrliche und exotische Raubtier im K\u00fcbel in meiner unmittelbaren N\u00e4he auch, weil sich auf diese Art ein anderes, v\u00f6llig ungewohntes optisches Erlebnis bietet. Im gro\u00dfen K\u00fcbel direkt neben meinem Ruheplatz auf der Terrasse wird mir der Bambus wie auf dem Tablett pr\u00e4sentiert. Die Perspektive ist v\u00f6llig anders, so als l\u00e4ge man im Mini-Bambushain mit Blick nach oben. Das ist (im kleineren Rahmen) ein \u00e4hnliches Erlebnis wie im Garten der\u00a0 B\u00f6dekers im Neandertal. Dort werden die Bambusse auch erh\u00f6ht pr\u00e4sentiert und erfahren dadurch eine ganz andere optische Wirkung. Alle, die an der tollen Gartenbesichtigung der EBS-Westler im April 2005 teilgenommen haben, wissen wovon ich spreche.<\/p>\n<p>Wer gewisse Regeln beachtet, etwas Geld und M\u00fche investiert, sowie mit kleinen Tricks arbeitet, kann durchaus erfolgreich das gef\u00e4hrliche Bambus-Ungeheuer im K\u00fcbel-K\u00e4fig halten. Meine Erfahrungen will ich hiermit gerne weitergeben.<\/p>\n<h4>Der Raubtierk\u00e4fig<\/h4>\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer &#8211; je besser! So k\u00f6nnte man es auf den Punkt bringen &#8211;\u00a0 aber nat\u00fcrlich ist auch das relativ. Ein Pleioblastus distichus kann sicher schon in einen normalen Topf gepflanzt werden, aber ein Semiarundinaria fastuosa braucht doch auf Dauer mindestens einen 90 Liter-K\u00fcbel. Darin wird er aber im Laufe der Jahre auch locker die 4-Meter Schallmauer durchbrechen.<br \/>\nWichtigstes Kriterium neben der Gr\u00f6\u00dfe ist die Form des K\u00fcbels. Er darf auf keinen Fall eine bauchige Form haben! Der Bambus wird im Laufe der Zeit einen sehr kompakten Wurzel\/Rhizomballen bilden und k\u00f6nnte dann nicht mehr umgetopft werden, ohne den K\u00fcbel zu zerst\u00f6ren. Ich pers\u00f6nlich mag sehr gerne viereckige T\u00f6pfe. Sie sind praktisch f\u00fcr den Einsatz direkt an Mauern und auch f\u00fcr Hausecken toll geeignet. Dort bieten sie auf gleicher zur Verf\u00fcgung stehender Stellfl\u00e4che dem Wurzelballen mehr Substrat als ein Topf ohne Ecken. Au\u00dferdem favorisiere ich hohe T\u00f6pfe, da sie ein g\u00fcnstigeres Verh\u00e4ltnis von oberirdischer Pflanze zu Wurzelballen bieten.<\/p>\n<p>Materialm\u00e4\u00dfig ist alles erlaubt: ob Terrakotta, bunt glasiert, Beton, Holz oder Kunststoff ist letztendlich Geschmacksache. Nur stabil sollte der Topf sein, denn der Bambus entwickelt im Laufe der Zeit einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Innendruck. Bei schwarzen Kunststofft\u00f6pfen und dem schwarzen Maurerk\u00fcbel aus dem Baumarkt w\u00e4re ich allerdings vorsichtig. Ich habe mal gelesen, dass im Sommer die durch Sonnenbestrahlung entstehende Hitze f\u00fcr die empfindlichen Wurzeln zu gro\u00df wird. Aber da ich in meinem direkten Umfeld auf der Terrasse solche h\u00e4sslichen T\u00f6pfe kaum ertragen k\u00f6nnte, habe ich auch keine eigenen Erfahrungen damit gemacht. In einem sch\u00f6nen \u00dcbertopf ist das sicher kein Problem mehr. Aber auch ein \u00dcbertopf muss einen Abfluss f\u00fcrs Gies- und Regenwasser haben, unsere Raubkatzen sind (stau)wasserscheu! Selbst ein tiefer Teller oder Untertopf kann schnell zum Problem werden. Eines meiner peinlichsten Erlebnisse war, als ich w\u00e4hrend Nachbars Urlaubs seine getopfte Fargesie (im Untertopf!) mit Unterst\u00fctzung von 3-4 aufeinander folgenden Regentagen zu Tode gew\u00e4ssert habe. Damit war mein Ruf als Bambusexperte in unserer Siedlung komplett ruiniert. Also, der Wasserabzug muss immer und vollst\u00e4ndig gew\u00e4hrleistet sein!<\/p>\n<p>Ein Tipp: K\u00fcbel, deren Innenw\u00e4nde nicht ganz glatt sind (also Beton- Holz- oder Terrakottak\u00fcbel), sollten innen herum am Rand mit Plastikfolie ausgeschlagen werden. Dadurch l\u00e4sst sich der Wurzelballen beim sp\u00e4ter notwendigen Umtopfen und Teilen viel leichter austopfen. Man kann die gesamte Pflanze einfach aus dem Gef\u00e4\u00df heben. Und In Terrakottat\u00f6pfen verliert der Wurzelballen auch nicht mehr so viel Wasser durch Diffusion &#8211; ein positiver Nebeneffekt! Um die Bel\u00fcftung des Wurzelballens zu f\u00f6rdern, kann man die Folie bei Einsatz im Terrakottatopf etwas perforieren.<\/p>\n<p>Am Boden des K\u00fcbels sollte durch etwas Kies und dem Einsatz von Wurzelvlies f\u00fcr optimale Drainage gesorgt werden.<\/p>\n<p>Das Substrat muss die Forderung des Bambus-Ungeheuers nach Luft und Wasser erf\u00fcllen, was ich durch Beimischung von Perligran erreiche. Perligran ist ein rein mineralischer Bodenverbesserer, basierend auf vulkanischem Silikatgestein. Das k\u00f6rnige, ph-Wert-neutrale Material kann Unmengen Wasser oder Luft speichern (Wasserspeicherkapazit\u00e4t bis zu 50 Vol. %!) und ist meiner Meinung nach ideal, da es einen weiteren positiven Nebeneffekt hat. Schon der amerikanische Bambusguru McClure hat sehr fr\u00fch darauf hingewiesen: Bambuswurzeln, die in Substrat mit hohem Kies\/Sandanteil wachsen, entwickeln sich besonders \u00fcppig (das kennen alle, die schon mal Rhizome im Kiesbett unter den Terrassenplatten ausgegraben haben). Probleme ergeben sich aber dadurch, dass so ein stark kieshaltiges Substrat schlechte Wasserspeichereigenschaften hat. Perligran l\u00f6st dieses Problem! Alternativ kann man auch feink\u00f6rnigen Bl\u00e4hton nehmen, der bei gleichen positiven Eigenschaften aber weitaus teurer ist. Perligran kostet im 200 Liter Sack nur knapp 15 Euro. Wenn man Perligran 1:3 (eventuell sogar 1:2 &#8211; muss ich noch probieren) mit der Pflanzerde mischt, erh\u00e4lt man ein sehr leichtes, &#8222;federndes&#8220; Substrat, welches unser Ungeheuer so schnell nicht verdursten l\u00e4sst.<\/p>\n<h4>Die Auswahl der Raubtiere<\/h4>\n<p>Nicht jedes Raubtier kann im engen K\u00e4fig gehalten werden. Denkbar ungeeignet sind nat\u00fcrlich alle extrem w\u00fcchsigen, unterirdisch hyperaktiven Sorten. Einen Vivax zum Beispiel w\u00fcrde ich nicht \u00fcber l\u00e4ngere Zeit so eng einsperren. Aber es gibt ja, auch unter den Phyllostachys etwas zahmere Exemplare: Phyllostachys bambusoides \u2018Castilloni\u2019, Phyllostachys nigra, Phyllostachys aurea und viele mehr lohnen einen Versuch. Fargesien und die gesamte Palette der niedrigen Sorten und Bodendecker sowieso! Und das sch\u00f6ne an der K\u00fcbelhaltung ist das mobile Element: ich kann im Winter den K\u00fcbel in eine sehr gesch\u00fctzte Hausecke stellen oder bei starker K\u00e4lte sogar vor\u00fcbergehend ein paar N\u00e4chte in der Garage parken. Dadurch kommen f\u00fcr mich pl\u00f6tzlich auch k\u00e4lteempfindlichere Raubtierarten in Frage, an die ich mich sonst nicht heran getraut h\u00e4tte &#8211; das Sortiment erweitert sich!<\/p>\n<figure id=\"attachment_815\" aria-describedby=\"caption-attachment-815\" style=\"width: 2304px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-815 size-full\" src=\"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/DSC05502-2.jpg\" width=\"2304\" height=\"2985\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/DSC05502-2.jpg 2304w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/DSC05502-2-232x300.jpg 232w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/DSC05502-2-768x995.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/DSC05502-2-790x1024.jpg 790w\" sizes=\"auto, (max-width: 2304px) 100vw, 2304px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-815\" class=\"wp-caption-text\">Phyllostachys aureosulcata \u2018Aureocaulis\u2018 im K\u00fcbel ist kurzfristig eine M\u00f6glichkeit. Foto: Ute Au\u00dfem<\/figcaption><\/figure>\n<h6>Die Raubtierf\u00fctterung<\/h6>\n<p>Wasser muss nat\u00fcrlich sein! Im K\u00fcbel wird auch in verregneten Sommern der Regen alleine nicht ausreichen. Also entweder regelm\u00e4\u00dfig mit der Wasserkanne (an manchen Tagen mehr als einmal) aktiv werden, oder besser sofort eine automatische Tropfbew\u00e4sserung einsetzen. Das kostet nicht die Welt und befreit mich au\u00dferdem von der Sorge, wer sich w\u00e4hrend meines Urlaubs ums Gie\u00dfen k\u00fcmmert.<\/p>\n<p>D\u00fcnger als Futter f\u00fcr die Bestie ist genauso notwendig! Auch wenn Bambus im Freiland ohne D\u00fcnger auskommen kann, im engen K\u00fcbel muss der Vielfra\u00df regelm\u00e4\u00dfig gef\u00fcttert werden. Das bisschen Substrat im Topf kann den Bambus auf Dauer nicht ern\u00e4hren. Was und wieviel ged\u00fcngt werden sollte, dar\u00fcber gibt es tausend Meinungen. Die Diskussion um den besten D\u00fcnger kann und will ich hier nicht f\u00fchren, das erg\u00e4be mehr als nur einen weiteren Artikel f\u00fcrs Bambus-Journal. Jeder sollte da auf seine bew\u00e4hrte Methode vertrauen. Langzeitd\u00fcnger sollte es aber schon sein, damit dem gef\u00e4hrlichen Biest nie das Futter ausgeht.<\/p>\n<h2>Die Arbeit des Dompteurs<\/h2>\n<p>Etwas Pflege braucht das K\u00fcbel-Raubtier schon. Die \u00fcbliches Schnittma\u00dfnahmen sowieso, aber auch regelm\u00e4\u00dfiges austopfen, am besten im Fr\u00fchling, ist wichtig. Denn nach sp\u00e4testens 2-3 Jahren wird ihm sein K\u00e4fig garantiert zu eng. Gr\u00f6\u00dfere Exemplare lege ich auf die Seite und ziehe an den Halmen den Wurzelballen aus dem Topf. Jetzt zahlt es sich aus, wenn man sich nach oben konisch \u00f6ffnende T\u00f6pfe gew\u00e4hlt hat und eventuell noch die Innenseite mit Folie ausgeschlagen hat. Lange, im K\u00fcbel rundherum gewachsene Rhizome k\u00fcrze ich ein und topfe in einen gr\u00f6\u00dferen K\u00fcbel um. Ist die f\u00fcr mich &#8211; bei Aufstellung auf dem Balkon auch die des Statikers &#8211; ertr\u00e4gliche K\u00fcbelgr\u00f6\u00dfe erreicht, muss der Bambus regelm\u00e4\u00dfig alle 2 &#8211; 4 Jahre geteilt werden. Den sehr kompakten Wurzelballen schneide ich mit einer B\u00fcgels\u00e4ge oder einem elektrischen Fuchsschwanz mittig durch. Das geht erstaunlich einfach und zerst\u00f6rt weniger Wurzelmasse als der brutale Einsatz einer Axt oder eines Spatens. Nach dem Eintopfen einer Bambush\u00e4lfte hat das Raubtier wieder gen\u00fcgend Auslauf, die andere H\u00e4lfte kann verschenkt, getauscht oder verkauft werden. Vielleicht findet unser Bambus so (wenigstens teilweise) doch noch ein Gnadenbrot in freier Wildbahn.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr den n\u00f6tigen Winterschutz m\u00fcssen wir Raubtierb\u00e4ndiger sorgen. Ich stelle die K\u00fcbel an gesch\u00fctzter Stelle auf Styropor- oder Styrodorplatten zur Bodenisolierung. Runde T\u00f6pfe wickle ich dick mit Zeitungspapier ein und fixiere dieses mit ein, zwei Lagen Luftpolsterfolie. Eckige T\u00f6pfe lassen sich mit entsprechend zugeschnittenen Styropor- oder Styrodorplatten noch einfacher (und wirkungsvoller?) isolieren. Nat\u00fcrlich sorge ich auch w\u00e4hrend des Winters f\u00fcr ausreichend Wasser, aber mit D\u00fcnger gef\u00fcttert wird w\u00e4hrend des &#8222;Winterschlafes&#8220; nicht. Wenn die Temperatur l\u00e4nger unter Null sinkt, sch\u00fctze ich die Halme und Bl\u00e4tter zus\u00e4tzlich mit K\u00e4lteschutzvlies vor Frost und Sonne um die gef\u00fcrchtete &#8222;Gefriertrocknung&#8220; zu verhindern. Ab und zu wird mit lauwarmem Wasser gegossen und wenn es ganz dicke kommt, bleibt immer noch die Garage als Notunterkunft f\u00fcr ein paar Tage und N\u00e4chte. Aber trotz der M\u00fche: ganz ohne Risiko ist die \u00dcberwinterung in sehr kalten Gegenden sicherlich nicht.<\/p>\n<p>Als weitere tierpflegerische Ma\u00dfnahme bleibt nur noch das Formieren zu erw\u00e4hnen, aber das ist reine Geschmacksache. Wer jedoch auf formieren Bambus steht, f\u00fcr den gibt es kaum eine wirkungsvollere Pr\u00e4sentation seines &#8222;Kunstwerkes&#8220;, als die in einem sch\u00f6nen K\u00fcbel an einer gut ausgesuchten Stelle, z.B. am Fu\u00df einer Treppe oder an einer vom Wohnzimmer gut sichtbaren Stelle auf der Terrasse. Vor allem: das &#8222;Kunstwerk&#8220; bleibt beweglich und kann im Laufe der Jahreszeiten auch mehrmals umziehen. Durch die Formierung wird auf alle F\u00e4lle das Verh\u00e4ltnis Blattmasse zu Wurzelmasse positiv ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Mein pers\u00f6nliches Fazit: K\u00fcbelhaltung lohnt sich allemal f\u00fcr den engagierten Bambusfreund &#8211; die geringe Mehrarbeit im Vergleich zur Freilandhaltung wird meist belohnt. Ich behaupte nicht, dass meine Raubk\u00e4tzchen in ihrem engen Gef\u00e4ngnis vor Zufriedenheit schnurren, aber sie haben sich bei mir bisher sehr gut entwickelt und mir viel Freude gemacht. Also: K\u00fcbel nix \u00fcbel!!!<\/p>\n<p><strong>Artikel von Eric Fandel aus dem Bambus-Journal 4 2006<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den wilden Bambus z\u00e4hmen von den Erfahrungen eines Raubtier-Dompteurs Bambus ist gef\u00e4hrlich! Er erw\u00fcrgt alles mit seinen Rhizomen, bricht aus jedem K\u00e4fig aus und erobert ganze G\u00e4rten, sogar den des Nachbarn. Kann der Mensch sich ein so gef\u00e4hrliches Biest in seine unmittelbare N\u00e4he auf die Terrasse holen? 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