{"id":934,"date":"2017-01-16T19:59:59","date_gmt":"2017-01-16T18:59:59","guid":{"rendered":"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/?page_id=934"},"modified":"2021-02-27T19:15:24","modified_gmt":"2021-02-27T18:15:24","slug":"phyllostachys-vivax-huangwenzhu-inversa","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/beispiel-seite\/bambus-des-jahres\/bambus-des-jahres-portraits\/phyllostachys-vivax-huangwenzhu-inversa\/","title":{"rendered":"Phyllostachys vivax \u2018Huangwenzhu inversa\u2019, Bambus des Jahres 2016"},"content":{"rendered":"<h6>Dr. Steffen Greiner<\/h6>\n<p>Mit <strong><em>Phyllostachys vivax<\/em> \u2018Huangwenzhu inversa\u2019<\/strong> wurde zum 2. Mal &#8211; 2004 war <em>Phyllostachys vivax<\/em> \u2018Aureocaulis\u2018 Bambus des Jahres \u2013 ein Vertreter der Vivax-Gruppe zum Bambus des Jahres gew\u00e4hlt. Tats\u00e4chlich ist dieser Bambus sogar um das Jahr 2000 herum in den Niederlanden und in Deutschland mehrfach unabh\u00e4ngig als stabile Mutation aus \u2018Aureocaulis\u2018 hervorgegangen. Obwohl aus <em>Phyllostachys vivax <\/em>\u2018Aureocaulis\u2018 hervorgegangen wurde die Form als die inverse (umgekehrte) Form von <em>Phyllostachys vivax<\/em> \u2018Huangwenzhu\u2018 benannt. Huangwenzhu bedeutet dabei umgangssprachlich in China (Henan) \u201eBambus mit gelber Rille\u201c [1]. Huangwenzhu inversa hat nun &#8211; wie der Name schon impliziert &#8211; die umgekehrte Halmf\u00e4rbung, n\u00e4mlich gelber Halm mit gr\u00fcnem Sulcus <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Zus\u00e4tzlich treten zuf\u00e4llig verteilt einzelne, gr\u00fcne Streifen auch au\u00dferhalb des Sulcus auf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_936\" aria-describedby=\"caption-attachment-936\" style=\"width: 3168px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-936 size-full\" src=\"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abbildung_1.jpg\" width=\"3168\" height=\"4752\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abbildung_1.jpg 3168w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abbildung_1-200x300.jpg 200w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abbildung_1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abbildung_1-683x1024.jpg 683w\" sizes=\"auto, (max-width: 3168px) 100vw, 3168px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-936\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Neutriebe von Phyllostachys vivax \u2019Huangwenzhu inversa\u2019 verlieren gerade die typisch dunkel gefleckten Halmscheiden. Foto Jens Sch\u00fctte<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Stammform <em>Phyllostachys vivax<\/em> [2] kommt aus China und ist in vielen Gegenden (Fujian, Henan, Jiangsu, Shandong, Yunnan, Zhejiang) in Kultur, daher ist der genaue Ursprung nicht zu bestimmen.<\/p>\n<p>In China wird diese Art zur Produktion von Bambussprossen, aber oft auch einfach, wegen der sch\u00f6nen und eleganten Halme der verschiedenen Formen, als Zierpflanze angebaut. Die Halme eignen sich zur Herstellung von Webartikeln und als Stiel landwirtschaftlicher Werkzeuge [3].<\/p>\n<p><em>Phyllostachys vivax \u2019Huangwenzhu inversa\u2019 <\/em>treibt normalerweise erst im sp\u00e4ten Fr\u00fchjahr neue Halme, wodurch das witterungsbedingte Risiko f\u00fcr die neuen Sprossen gering ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_937\" aria-describedby=\"caption-attachment-937\" style=\"width: 1589px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-937 size-full\" src=\"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Au\u00dfem_Ute_Abbildung_2.jpg\" width=\"1589\" height=\"1007\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Au\u00dfem_Ute_Abbildung_2.jpg 1589w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Au\u00dfem_Ute_Abbildung_2-300x190.jpg 300w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Au\u00dfem_Ute_Abbildung_2-768x487.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Au\u00dfem_Ute_Abbildung_2-1024x649.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1589px) 100vw, 1589px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-937\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Ohne Eingrenzung breitet sich Phyllostachys vivax \u2019Huangwenzhu inversa\u2019 hainartig aus. Foto Ute Aussem<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Art ist sehr w\u00fcchsig, worauf auch der Artname anspielt (vivax <em>lat.<\/em> = langlebig, dauerhaft, kr\u00e4ftig) und kann gut etabliert und bei ausreichender Fl\u00e4che \u00fcber 10 m H\u00f6he erreichen. Damit z\u00e4hlt dieser Bambus zu den gr\u00f6\u00dften Phyllostachys f\u00fcr die Kultur in Mitteleuropa und kann aufgrund des Ausbreitungsdrangs auch ansehnliche Haine bilden. Die Winterh\u00e4rte ist gut, wenn auch andere Phyllostachys deutlich tiefere Temperaturen tolerieren. Die Minimaltemperatur d\u00fcrfte bei -18\u00b0C bis -20\u00b0C liegen. Bei noch tieferen Temperaturen kommt es zu Halmsch\u00e4den oder Halmverlust, was sich erst in den Folgejahren durch Neuhalme langsam wieder ausw\u00e4chst.<\/p>\n<p>Die hohen Halme f\u00fchren in Kombination mit den relativ d\u00fcnnen Halmw\u00e4nden (etwa 5 mm) zu einer gewissen Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Schneebruch und Wind, auch k\u00f6nnen junge Halme noch vor dem Bebl\u00e4ttern bei starkem Wind relativ leicht abbrechen. Bei etablierten Pflanzen kommen die Halme gerade aus dem Boden und stehen straff aufrecht mit etwas nickender Spitze.<\/p>\n<p>Die Halme sind gelb mit gr\u00fcnem Sulcus und einzelnen meist d\u00fcnnen, gr\u00fcnen Streifen. Diese bemerkenswerte F\u00e4rbung der Halme gibt es auch bei anderen Phyllostachys-Arten (<em>P. edulis<\/em> \u2018Bicolor\u2018, <em>P. bambusoides<\/em> \u2018Castilonii\u2018, <em>P. praecox<\/em> \u2018Viridisulcata\u2018 und bei <em>P. aureosulcata<\/em> \u2018Spectabilis\u2018), allerdings haben diese Arten eine geringere Winterh\u00e4rte oder, im Fall der Art aureosulcata, deutlich d\u00fcnnere Halme.<\/p>\n<p>Die Halme k\u00f6nnen in Mitteleuropa bis \u00fcber 10 m hoch werden und bis zu 8 cm im Durchmesser erreichen, die Internodien sind dabei 25 \u2013 35 cm lang. Die Halme sind nur anfangs wenig bemehlt und die Knoten oft asymmetrisch, was dazu f\u00fchrt, dass diese auf einer Seite prominenter als die Narbe der Halmscheide sind. Die Halmscheiden sind gelb-gr\u00fcn gef\u00e4rbt mir violetten und braunen Anteilen und besonders zur Mitte hin dicht dunkelbraun gefleckt. Die Art besitzt keine \u00d6hrchen und Wimpern an den Halmscheiden. Die Spreite der Halmscheiden ist stark zerknittert und braun-lila gef\u00e4rbt, an den R\u00e4ndern deutlich heller, gelegentlich schwach orange.<\/p>\n<p>Die normalen Laubbl\u00e4tter sind mit bis zu 2 cm Breite und 18 cm L\u00e4nge meist recht gro\u00df, k\u00f6nnen aber sehr variabel ausfallen.<\/p>\n<p>Mit <em>Phyllostachys vivax <\/em>\u2019Huangwenzhu inversa\u2019 wurde eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig junge Form von <em>Phyllostachys vivax<\/em> zum Bambus des Jahres gew\u00e4hlt. Die Form vereinigt die Vorteile der Art mit einer der sch\u00f6nsten Halmf\u00e4rbungen bei Bambus. Unter guten Bedingungen und mit ausreichend Platz entwickelt sich die Pflanze schnell zu einem sehr attraktiven \u201eRiesenbambus\u201c.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Ohrnberger, D. (1998). &#8222;The Bamboos of the World.&#8220; <u>Elsevier<\/u>.<\/li>\n<li>McClure (1945) Phyllostachys vivax, J. Wash. Acad. Sci. 35: 292.<\/li>\n<li>Zhengyi, W., P.H. Raven, and H. Deyuan (editors), <em>Flora of China.<\/em> (2006). <strong>22, <\/strong>Poaceae.<\/li>\n<\/ol>\n<figure id=\"attachment_938\" aria-describedby=\"caption-attachment-938\" style=\"width: 1936px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-938 size-full\" src=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Rieck_Kalle_Abbildung_3-e1614449690598.jpeg\" alt=\"\" width=\"1936\" height=\"2592\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Rieck_Kalle_Abbildung_3-e1614449690598.jpeg 1936w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Rieck_Kalle_Abbildung_3-e1614449690598-224x300.jpeg 224w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Rieck_Kalle_Abbildung_3-e1614449690598-768x1028.jpeg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Rieck_Kalle_Abbildung_3-e1614449690598-765x1024.jpeg 765w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Rieck_Kalle_Abbildung_3-e1614449690598-1147x1536.jpeg 1147w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Rieck_Kalle_Abbildung_3-e1614449690598-1530x2048.jpeg 1530w\" sizes=\"auto, (max-width: 1936px) 100vw, 1936px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-938\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: An jungen Halmen kontrastiert der gr\u00fcne Sulcus besonders gut zu den sonst gelben Halmen. Foto Kalle Rieck<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_939\" aria-describedby=\"caption-attachment-939\" style=\"width: 3168px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-939\" src=\"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abblidung_4.jpg\" alt=\"\" width=\"3168\" height=\"4752\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abblidung_4.jpg 3168w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abblidung_4-200x300.jpg 200w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abblidung_4-768x1152.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Schuette_Jens_Abblidung_4-683x1024.jpg 683w\" sizes=\"auto, (max-width: 3168px) 100vw, 3168px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-939\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: Die zus\u00e4tzlichen, meist d\u00fcnnen, gr\u00fcnen Streifen au\u00dferhalb des Sulcus kommen von der Form \u2018Aureocaulis\u2018 aus der die Mutation Phyllostachys vivax \u2019Huangwenzhu inversa\u2019 hervorgegangen ist. Foto Jens Sch\u00fctte<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Rille am Halm aller Phyllostachys<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Steffen Greiner Mit Phyllostachys vivax \u2018Huangwenzhu inversa\u2019 wurde zum 2. Mal &#8211; 2004 war Phyllostachys vivax \u2018Aureocaulis\u2018 Bambus des Jahres \u2013 ein Vertreter der Vivax-Gruppe zum Bambus des Jahres gew\u00e4hlt. 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