{"id":995,"date":"2017-01-17T21:11:50","date_gmt":"2017-01-17T20:11:50","guid":{"rendered":"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/?page_id=995"},"modified":"2019-05-27T15:58:22","modified_gmt":"2019-05-27T13:58:22","slug":"phyllostachys-aureosulcata-harbin-inversa-bambus-des-jahres-2013","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bambus-deutschland.de\/index.php\/beispiel-seite\/bambus-des-jahres\/bambus-des-jahres-portraits\/phyllostachys-aureosulcata-harbin-inversa-bambus-des-jahres-2013\/","title":{"rendered":"Phyllostachys aureosulcata \u2018Harbin Inversa\u2019, Bambus des Jahres 2013"},"content":{"rendered":"<h6>Dr. Steffen Greiner<\/h6>\n<p>Mit <em><strong>Phyllostachys aureosulcata<\/strong><\/em><strong> \u2018Harbin Inversa<\/strong>\u2019 wurde ein sehr farbenfrohes Mitglied der gut winterharten Aureosulcata-Gruppe zum Bambus des Jahres 2013 gew\u00e4hlt. Die Stammform <em>Phyllostachys aureosulcata<\/em> ist in China in vielen Gegenden (Beijing, Henan, Jiangsu und Zhejiang) in Kultur, daher ist der Ursprung der bereits 1945 von McClure [1, 2] beschriebenen Art nicht genau zu bestimmen. Angepflanzt wird die Art auch in China fast ausschlie\u00dflich als Zierpflanze. Auff\u00e4llig ist die Mutationsfreudigkeit dieser Art. Unterdessen sind mehr als 10 verschiedene Formen der Art bekannt [3]: hier seien nur die sehr gut im Handel verf\u00fcgbaren und ebenfalls sehr attraktiven Formen \u2018Aureocaulis\u2019 und \u2018Spectabilis\u2019 erw\u00e4hnt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_997\" aria-describedby=\"caption-attachment-997\" style=\"width: 2304px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-997 size-full\" src=\"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Ute-Aussem-bei-JvdP-harbin-inversa-16.jpg\" width=\"2304\" height=\"3072\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Ute-Aussem-bei-JvdP-harbin-inversa-16.jpg 2304w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Ute-Aussem-bei-JvdP-harbin-inversa-16-225x300.jpg 225w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Ute-Aussem-bei-JvdP-harbin-inversa-16-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 2304px) 100vw, 2304px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-997\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Ein junger Halm von Phyllostachys aureosulcata &#8218;Harbin Inversa&#8216;. Die feine Streifung ist bereits gut zu erkennen. An einem Halm im Hintergrund sieht man den f\u00fcr alle Aureosulcata typischen Zick-Zack-Wuchs. Foto Ute Au\u00dfem<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Form \u2018Harbin Inversa\u2019 stammt h\u00f6chstwahrscheinlich nicht von der Stammform \u2013 die mit ihrem gelben Sulcus<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> im \u00fcbrigen auch schon eine Mutation ist \u2013 ab, sondern ist vielmehr eine Mutation von <em>Phyllostachys aureosulcata<\/em> McClure f. aureocaulis Z.P.Wang &amp; N.X.Ma. Nach einigen Quellen soll die Mutation in den 90iger Jahren von David Crompton in England gefunden worden sein. Hervorzuheben ist, dass es sich sicher nicht um die inverse Form von \u2018Harbin\u2019 handelt, was der Name vermuten lassen w\u00fcrde. Die Form \u2018Harbin\u2019 hat zus\u00e4tzlich zur Farbmutation Halmdeformationen, die an <em>Phyllostachys bambusoides<\/em> \u2018Marliacea\u2019 erinnern, einen v\u00f6llig anderen Habitus und einen Defekt im Blattwechsel. Alle diese Merkmale sind bei \u2018Harbin Inversa\u2019 nicht zu finden.<\/p>\n<p>Die Wuchseigenschaften und auch die Winterh\u00e4rte von \u2018Harbin Inversa\u2019 entsprechen im wesentlichen denen der Stammform (Art).<\/p>\n<p>Die Halme k\u00f6nnen nach einigen Jahren und mit ausreichend Platz 8 m H\u00f6he und \u00fcber 3 cm Durchmesser erreichen. Junge Halme f\u00fchlen sich \u2013 wie bei allen Formen von <em>Phyllostachys aureosulcata<\/em> &#8211; rau an, bei \u00e4lteren Halmen ist dieser Effekt zunehmend weniger ausgepr\u00e4gt. Besonders die d\u00fcnneren Halme von \u2018Harbin Inversa\u2019 k\u00f6nnen im unteren Bereich den f\u00fcr alle <em>Phyllostachys aureosulcata<\/em> typischen Zick-Zack-Wuchs aufweisen (Abbildung 1, im Hintergrund). Warum einzelne Halme diese auff\u00e4llige Wuchsform entwickeln ist noch immer vollkommen ungekl\u00e4rt: Zun\u00e4chst kommen die Halme senkrecht aus dem Boden, um sich dann extrem nach einer Seite (oft waagerecht) zu biegen. So bleiben sie f\u00fcr einen manchmal auch f\u00fcr 2 Tage und biegen sich dann in die entgegengesetzte Richtung bevor sie wieder senkrecht weiter wachsen. Die Grundfarbe der Halme von \u2018Harbin Inversa\u2018 ist gelb mit h\u00e4ufigen, sehr feinen und zuf\u00e4llig verteilten gr\u00fcnen Streifen, der Sulcus ist dabei aber nicht grunds\u00e4tzlich gr\u00fcn. Neue Halme f\u00e4rben sich besonders unter guten Lichtverh\u00e4ltnissen r\u00f6tlich. Die Internodien k\u00f6nnen bis 40 cm L\u00e4nge erreichen und die Knoten sind leicht hervorstehend, der Knoten selbst mehr als die Narbe der Halmscheide (in Abbildung 3 gut zu erkennen). Die Halmscheiden sind violett-gr\u00fcn mit gelben Streifen, oft mit wenigen kleinen braunen Flecken, leicht bemehlt und unbehaart, \u00d6hrchen und Wimpern sind gut ausgepr\u00e4gt (Abbildung 2).<\/p>\n<figure id=\"attachment_998\" aria-describedby=\"caption-attachment-998\" style=\"width: 1762px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-998\" src=\"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-121.jpg\" alt=\"\" width=\"1762\" height=\"2642\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-121.jpg 1762w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-121-200x300.jpg 200w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-121-768x1152.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-121-683x1024.jpg 683w\" sizes=\"auto, (max-width: 1762px) 100vw, 1762px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-998\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Typischer Austrieb von Phyllostachys aureosulcata, Foto Daniel Kunz<\/figcaption><\/figure>\n<p>Erstmalig ist f\u00fcr das Jahr 2013 ein Vertreter der so wichtigen Aureosulcata-Gruppe zum Bambus des Jahres gew\u00e4hlt worden, der sehr gro\u00dfe Winterh\u00e4rte (oft werden bis unter -20\u00b0C vertragen) mit einer au\u00dfergew\u00f6hnlich sch\u00f6nen Halmzeichnung kombiniert. Schon deshalb ist es sicher einige Anstrengung wert, eine Pflanze dieser noch immer relativ selten in Kultur anzutreffenden Form f\u00fcr den eigenen Garten zu erwerben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_999\" aria-describedby=\"caption-attachment-999\" style=\"width: 2150px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-999\" src=\"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Aussem_Ute_Phyllostachys_aureosulcata_harbin_inversa_bei_KPC_P1020380.jpg\" alt=\"\" width=\"2150\" height=\"2870\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Aussem_Ute_Phyllostachys_aureosulcata_harbin_inversa_bei_KPC_P1020380.jpg 2150w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Aussem_Ute_Phyllostachys_aureosulcata_harbin_inversa_bei_KPC_P1020380-225x300.jpg 225w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Aussem_Ute_Phyllostachys_aureosulcata_harbin_inversa_bei_KPC_P1020380-768x1025.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Aussem_Ute_Phyllostachys_aureosulcata_harbin_inversa_bei_KPC_P1020380-767x1024.jpg 767w\" sizes=\"auto, (max-width: 2150px) 100vw, 2150px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-999\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Die Streifung von Phyllostachys aureosulcata \u201aHarbin Inversa\u2018 kann bei jungen und alten Halmen recht unterschiedlich wirken. Foto Ute Au\u00dfem<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_1000\" aria-describedby=\"caption-attachment-1000\" style=\"width: 1443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1000\" src=\"https:\/\/ebs-d-de.prossl.de\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-DSC_1448011391.jpg\" alt=\"\" width=\"1443\" height=\"2170\" srcset=\"https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-DSC_1448011391.jpg 1443w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-DSC_1448011391-199x300.jpg 199w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-DSC_1448011391-768x1155.jpg 768w, https:\/\/bambus-deutschland.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Daniel-Kunz-P.-harbin-inversa-DSC_1448011391-681x1024.jpg 681w\" sizes=\"auto, (max-width: 1443px) 100vw, 1443px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1000\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: Die Streifung von Phyllostachys aureosulcata \u201aHarbin Inversa\u2018 kann bei jungen und alten Halmen recht unterschiedlich wirken. Foto Daniel Kunz<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> aureosulcata = goldfarbener Sulcus<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>McClure, <em>Phyllostachys aureosulcata.<\/em> J. Wash. Acad. Sci., 1945. <strong>35<\/strong>: p. 282.<\/li>\n<li>Zhengyi, W., P.H. Raven, and H. Deyuan(editors), <em>Flora of China.<\/em> 2006. <strong>22<\/strong>(Poaceae).<\/li>\n<li>Ohrnberger, D., <em>The Bamboos of the World.<\/em> Elsevier, 1998.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Steffen Greiner Mit Phyllostachys aureosulcata \u2018Harbin Inversa\u2019 wurde ein sehr farbenfrohes Mitglied der gut winterharten Aureosulcata-Gruppe zum Bambus des Jahres 2013 gew\u00e4hlt. 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