Fargesia spec. ‘Jiuzhaigou’, Bambus des Jahres 2005

Dr. Steffen Greiner

Vorkommen/Herkunft

Aus dem im Norden der chinesischen Provinz Sichuan gelegenen Nationalpark Jiuzhaigou wurden im Jahr 1989 von Roland Willumeit Sämlinge einer Fargesia nach Europa eingeführt. Der Fundort liegt 2400-3000 m.ü.NN. Die überlebenden Sämlinge wurden nummeriert.

Wuchsform

Pachymorph (horstbildend), für Fargesia geringe Halmabstände, eher aufrecht, sehr wuchsfreudig.

Höhe/Stärke

Höhe 2,5-4 m bei etwa 5 mm Halmstärke.

Halm/Halmscheiden

Die jungen Halme können grün/gelb, rot bis dunkelrot oder gar rot/schwarz sein (große Unterschiede je nach Sonnenexposition und bei den verschiedenen Sämlingen), mit lange anhaftenden sehr hellen Halmscheidenblättern sein. Diese fallen erst im 2. Jahr ab. Daraus bilden sich zunächst 3 kurze Seitenzweige, im Folgejahr weitere, insgesamt 6 – 7. Ältere Halme färben grau bis rot aus. Internodien im unteren Bereich 9 – 13 cm, im oberen Bereich 4 – 5 cm.

Blatt

Blätter grün, zierlich, schmal, 4 – 6 cm lang; 0,5-1,5 cm breit.

Winterhärte

Wie aufgrund der Herkunft zu erwarten kann dieser Bambus  -20°C bis -25°C vertragen.

Standort

Unkritisch, sowohl schattige als auch sonnige Standorte werden gut vertragen.

Gartenpraxis Pflegeanforderung

Kann als Heckenpflanze, Solitär und auch in Topfkultur eingesetzt werden.

Topfkultur/Raumbegrünung

Für dauerhafte Begrünung von Innenräumen ungeeignet.

Bemerkungen
Auch wenn die Sämlinge nie exakt bestimmt wurden, handelt es sich vermutlich um Fargesia nitida oder sehr nahe Verwandte. Bei Extremtemperaturen, bei Wassermangel oder sonnigem Standort tritt deutliches Rollverhalten der Blätter auf.

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