Die Kandidaten zur Wahl des „Bambus des Jahres 2026“

Fargesia nitida x murielae ‘Obelisk’

Vorkommen/Herkunft Hybride von Hans Verwey aus Boskoop durch Fremdbestäubung von Fargesia nitida mit Fargesia murielae.
Wuchsform
Kompakte, dicht beieinanderstehende Halme mit kurzen Rhizomhälsen, die gerade nach oben wachsen, aber im zweiten Jahr etwas überhängen können. Die neue Halme bekommen bereits im ersten Jahr Blätter und Seitenäste.
Höhe/Stärke
Höhe 3 – 5 m, Halme bis 1 cm im Durchmesser oder etwas mehr.
Halm/Halmscheiden
Grün, im Alter gelblich grün, Austrieb spät, Mai. Juni, Juli und deshalb nicht spätfrostgefährdet. Halmscheiden am Anfang weiß, später ausfärbend zu orange-braun.
Blatt
Hellgrün, matt, ziemlich lang und graziös.
Winterhärte
Sehr winterhart, bis -25°C.
Standort
Halbschattig, aber auch Sonne wird gut vertragen, kaum Neigung zu Blattrollen außer bei sehr kaltem und trockenem Wetter. Gehört zu dem besten wintergrünen Fargesia.
Gartenpraxis/ Pflegeanforderung
Solitär, Gruppenpflanzung, sehr gut geeignet als Hecke. Durch die große Ähnlichkeit und Größe ist ‘Obelisk‘ ein guter Ersatz in Gegenden, wo es zu kalt für Fargesia robusta ‘Campbell‘ ist. Wenig anfällig für Wollläuse.
Topfkultur/ Raumbegrünung Nur in großen Kübeln, Robustheit und Winterhärte sind dafür gut. Nicht für Innenräume.
Bemerkungen
Diese Auslese wurde unter hunderten verschiedener Sämlinge gefunden. Bereits als Jungpflanze war das hellgrüne Blatt sehr auffällig und Unterschiedlich zu anderen Pflanzen. Die Namensgebung ist ein wenig verwirrend. Die Pflanze wächst zwar aufrecht, aber nicht immer wie ein ‘Obelisk‘. Die älteren überhängenden Zweige benötigen ggf. etwas Schnitt. Der Wuchs ist kräftig und erreicht schnell die endgültige Höhe. Die schmale Wuchsform an der Basis bleibt ganzjährig gut sichtbar.

Fargesia rufa

Vorkommen/Herkunft China, 1995 gesammelt in der südchinesischen Provinz Gansu (Fundort zwischen 1800 und 2500m Höhe). Eingeführt durch Jos van der Palen zunächst als „Gansu 95-1“.
Wuchsform
Kompakt, dicht, breit ausladend, weit überhängend, an steinigen Stellen mit langen Rhizomhälsen, horstig.
Höhe/Stärke Höhe 2 – 3 m, Halme bis etwa 1 cm im Durchmesser.
Halm/Halmscheiden
Grün, im Alter gelblich, dünn, leicht schräg, Spitze gebogen, bis 10 mm. Austrieb sehr früh und deshalb spätfrostgefährdet, Halmscheiden für Fargesia relativ früh abfallend.
Blatt Sattgrün, glänzend, klein, lanzettlich, Blattränder leicht nach oben gebogen, sehr dicht stehend.
Winterhärte Gut winterhart, etwa -20°C.
Standort Halbschatten bis Sonne, im Gegensatz zu anderen Fargesien keine Neigung zu Blattrollen.
Gartenpraxis/ Pflegeanforderung Solitär, Gruppenpflanzung oder als Hecke. Wird aufgrund der langen Rhizomhälse relativ schnell breit, aber gut schnittverträglich.
Topfkultur/ Raumbegrünung
Aufgrund seiner Robustheit und guten Winterhärte gut zur Topfkultur und Kübelkultur im Außenbereich geeignet. Nicht für Innenräume.
Bemerkungen Die Namensgebung ist verwirrend. Gesammelt als Fargesia spathacea wurde sie zunächst provisorisch Gansu 95-1 genannt. Zwischenzeitlich Yushania confusa und zunächst auch provisorisch Fargesia ‘Rufa‘, dieser Name hat sich, vermutlich, weil er so einfach ist, im Handel durchgesetzt. Unterdessen ist klar, dass es sich nicht um Fargesia rufa handelt, aber dieser Irrtum wird nicht mehr zu korrigieren sein. Am wahrscheinlichsten ist derzeit, dass es sich um Fargesia dracocephala oder noch eine andere Art handelt.

Hibanobambusa tranquillans ‘Shiroshima’

Vorkommen/Herkunft
Ursprünglich aus Japan, höchstwahrscheinlich eine Gattungshybride zwischen Phyllostachys und Sasa.
Wuchsform
Leptomorph (ausläuferbildend), braucht daher eine Rhizomsperre oder viel Platz, sehr wuchsfreudig. Die Halme einschließlich Sulcus und die Verzweigung sind ähnlich wie bei Phyllostachys, während die großen Blätter eher ein Merkmal der Gattung Sasa sind.
Höhe/Stärke
Meist 2-3 m, aber auch Höhen bis 5 m sind im mitteleuropäischen Klima möglich, bis etwa 2 cm Durchmesser.
Halm/Halmscheiden Halm dunkelgrün, Halmscheiden ohne Flecken und schnell abfallend.
Blatt Die Blätter sind mit 20 bis 25 cm Länge und 4 bis 5 cm Breite groß und sehr auffallend grün/weiss panaschiert.
Winterhärte Mit etwa -20°C gut winterhart.
Standort
Sonnig bis halbschattig. In voller Sonne können die weißen Blattanteile auch eine leicht rosa/violette Färbung bekommen.
Gartenpraxis/ Pflegeanforderung Einzelstellung als Solitär aber auch – wegen der recht guten Schnittverträglichkeit – als Hecke.
Topfkultur/ Raumbegrünung
Für Topfkultur besser geeignet als viele andere Bambusse.
Bemerkungen Vermutlich eine Hybride von Phyllostachys nigra ‚Henonis‘ und Sasa veitchii, die am Naturstandort zeitgleich geblüht haben.

Shibataea kumasaca

Vorkommen/Herkunft Provinzen Fujian und Zhejiang im Osten Chinas sowie Taiwan und Japan.
Wuchsform
Kompakt, niedrig wachsend mit außergewöhnlich geformtem Blattwerk und einer interessanten Zick-Zack Wirkung durch die Blattanordnung. Langsam und flächig wachsend, leptomorph, jedoch mit kurzen Ausläufern.
Höhe/Stärke In unseren Breiten 80 cm bis 1,50 m hoch, in Japan bis zu 2 Metern. Halmdurchmesser nur 3-4 mm.
Halm/Halmscheiden
Abgeflachte Halmseite. Internodien glänzend und glatt, Nodien erscheinen deutlich. Halmscheiden hellbeige, papierartig sowie behaart und am äußeren Rand bewimpert. Pro Nodium 3-5 Seitenzweige (gelegentlich 6).
Blatt Zweigenden haben jeweils 1 oder 2 Blätter. Laub anfangs leuchtend hellgrün, später tiefgrün. Blattbasis breit keilförmig bis rund, am Ende spitz zulaufend. 2,5-18 × 0,6-3,5 cm. Blätter zeigen ein deutliches rechteckiges Mosaik (Tesselation).
Winterhärte Winterhärte sehr gut ( -20°C und mehr).
Standort Halbschattig bis tiefer Schatten. Feuchter Standort und erhöhte Luftfeuchte sind von Vorteil.
Gartenpraxis/ Pflegeanforderung Weil die Blätter im Laufe des Jahres an der Spitze eintrocknen können, ist ein Rückschnitt im zeitigen Frühjahr möglich. Im Frühsommer erscheint die Pflanze wieder frischgrün mit neuem Austrieb.
Topfkultur/ Raumbegrünung
Topfkultur ist wie bei den meisten Bambussen nur mit erhöhtem Aufwand (regelmäßig teilen und umtopfen) sowie Winterschutz möglich. Nicht zur Raumbegrünung geeignet.
Bemerkungen/Gärtnerische Verwendung Vielseitig einsetzbar. Geeignet als Solitär, auch vor höheren Bambusarten. Zur Flächenbepflanzung, für niedrige Hecken oder für Formschnitte. Die Pflanzen können auch streng kissenartig formiert werden wie in der chinesischen und in der japanischen Gartengestaltung.

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